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In der neuen Post gibt’s auch Schreibwaren

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Traditionsgeschäft Pabst lebt zum Teil im Namen und im Sortiment weiter

Kelkheim - Seit den 1950er Jahren gibt es die Buchhandlung Pabst in der Stadt. Ein Traditionsgeschäft - das weiß auch André Begemann, der in Altenhain wohnt, in der Region viele Corona-Testzentren sowie in Königstein die Post betreibt. Nun hat der Unternehmer, der zugleich noch Tennisprofi ist, ein neues „Familienmitglied“: Begemann hat gestern die neue Post an der Frankfurter Straße 50 eröffnet. Und weil das in den Räumen der Buchhandlung passiert ist, wollte er den Namen erhalten: „Pabst Post & Paper“ heißt der Laden.

Die englische Bezeichnung für Papier deutet darauf hin, dass es hier mehr gibt: Zwar hat Vormieter Rüdiger Simon den Buchbestand wegen der Internet-Konkurrenz aufgelöst, doch Begemann hat den Zeitschriften-, Schreibwaren- und Grußkarten-Bereich erhalten, das Angebot leicht verändert. Zwei Mitarbeiterinnen von drei Kräften von Simon hat er übernommen. Drei bis vier weitere Kräfte kommen aus Königstein dazu, wobei es auch dort neben dem Postservice Schreibwaren gibt. Doch sei der Laden deutlich kleiner. Ihre Erfahrungen haben Carolin Klimpel und Lina Neif, die zum Auftakt hinter den beiden Schaltern stehen, bereits in der Burgstadt gesammelt.

Gabrielle Schulz, regionale Politikbeauftragte der Deutschen Post in Hessen: „Nach dem Schließen der Postbank-Filiale ist dies auch ein Zeichen an die Kunden, dass wir hier vor Ort lokal präsent sind.“ Das Partner-Konzept mit rund 13 000 Filialen in Deutschland „hat sich bewährt“. Für Kelkheim sei es essenziell, eine große Anlaufstelle zu haben, sagt Bürgermeister Albrecht Kündiger. Die Postbank will bis Ende 2023 bundesweit 200 ihrer 750 Filialen schließen, die Möbelstadt fiel dem Rotstift zum Opfer. Auf deren Zweigstelle an der Breslauer Straße seien viele Bürger sauer gewesen - mitunter war spontan aus personellen Gründen zu, was per Handzettel an der Tür bekanntgegeben wurde, so Kündiger. Der Zustand sei „alles andere als zufriedenstellend“ gewesen. Umso optimistischer ist der Bürgermeister, dass bei Unternehmer und Einzelhändler Begemann anders mit den Kunden umgegangen wird. Er wünscht sich nun aber auch noch eine vernünftige Nutzung der alten Immobilie an der Breslauer Straße.

Die neue Partnerfiliale hat nun 40,5 Wochenstunden geöffnet. Klimpel und Begemann betonen, dass sich das Angebot von dem der alten Postbank kaum unterscheide. Es gibt weiterhin Schließfächer, und Geldauszahlungen seien zum Beispiel möglich. Die Post ist in Kelkheim noch auf der Suche nach Flächen für Packstationen. Ziel sei es, so etwas in möglichst jedem Stadtteil zu haben, so Schulz. Begemann sieht mit der Post ein neues Standbein, denn die Zahl der Corona-Testzentren habe er von 12 auf 7, die der Mitarbeiter von 100 auf rund 50 herunterschrauben müssen. 2023 will der 38-Jährige beim Tennis noch mal voll angreifen, steht in der Doppel-Weltrangliste auf Platz 120.

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