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Hilfe zur Parkinson-Selbsthilfe

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Parkinson-Beratung der Selbsthilfegruppe: Kerstin Peters (l.), Dr Rommi Born (hinten), Heidrun und Alois Jung. efx
Parkinson-Beratung der Selbsthilfegruppe: Kerstin Peters (l.), Dr Rommi Born (hinten), Heidrun und Alois Jung. efx © efx

Betroffene und Angehörige organisieren Arzt-Beratung und regelmäßige Treffs

Kelkheim - Die Diagnose „Parkinson“ ist für viele Betroffene und Angehörige ein Schock. Was bedeutet das? Teilen auch Andere das Schicksal? Viele Fragen schießen da in den Kopf. Antworten geben Selbsthilfegruppen. Dort bekommt der Betroffene Halt und Hilfe. Auch in Kelkheim gibt es etwa 20 Personen, die sich im Vereinshaus Hornau treffen.

Heidrun und Alois Jung gehören dazu, denn der bekannte Kelkheimer und ehemals aktive Fastnachter leidet seit 13 Jahren an Parkinson. „Es ist gut zu wissen, dass es jemanden gibt, der zuhört und sich Zeit nimmt“, betont Heidrun Jung und blickt zu Dr. Rommi Born, Medizinerin an den Kliniken Hanau und auf die Krankheit spezialisiert. Zweimal jährlich im Frühling und Herbst bietet Born Beratungsgespräche an. In ungezwungener Atmosphäre schenkt sie den Angemeldeten in Vier- oder Sechs-Augen-Gesprächen Zeit. Momente, die ein Arzt in der Praxis oft nicht hat. So erinnert sich Heidrun Jung noch genau an den Diagnose-Tag ihres Mannes. „Du bekommst ein Rezept über den Tisch geschoben und es heißt: Der Nächste, bitte!“

Die „Sprechstunde“ von Born wird rege besucht. Die Expertin kann medizinisch und auch sonst helfen. Sie kennt Entspannungs- und Mobilisierungsübungen, hat Tipps zur Linderung von Begleiterscheinungen und weiß die Nebenwirkungen der Krankheit. Beruhigend wirkt sie auf die Betroffenen ein. Niemand sterbe an Parkinson, so lautet ihre erste aufmunternde Botschaft.

Dass Alois Jung Parkinson hat, war seiner Frau schnell klar. Gemerkt habe sie es, weil der Mann ihrer Schwester auch Parkinsonpatient ist. „Ich wusste also bereits, welche Symptome vorkommen können“, erklärt sie und erinnert sich: „Wir planten eine Reise. Es sollte nur nach Holland gehen. Er hat sich so seltsam verhalten und gegen die Reise gewehrt, dass ich hellhörig wurde.“ Der Besuch beim Arzt brachte die Diagnose. Langfristige Hilfe erhielt das Paar in Hornau, dort wo sich die Parkinson-Selbsthilfegruppe trifft. Vorsitzende Kerstin Peters und die Teilnehmer schätzen die Gespräche. Zudem gibt es kognitive und körperliche Übungseinheiten. Angehörige sind willkommen. So kommen etwa 20 Personen im Vereinshaus zu Gehirnjogging, Gymnastik oder Tanz vorbei. Freitags geht die Gruppe schwimmen im Kurbad Königstein. Eine ausgebildete Physiotherapeutin lindert dort Beschwerden. Tremor, das Schütteln der Hände und anderer Körperteile, und Rigor, die Muskel-steifheit und der gebückte Gang müssten zwar medikamentös behandelt werden. Es gebe unterstützende Übungen, weiß Born.

Über dieses und anderes redet die Gruppe auch während monatlicher Kaffeenachmittage. Die Gesprächsangebote von Born unterstützt auch ihr Chef, Dr. Sven Thonke vom Neurologie-Klinikum Hanau. Vorgänger Dr. Horst Baas rief das Angebot in Hornau ins Leben. Die Fragen der Patienten und Angehörigen beschäftigen sich bei den Sprechstunden vor allen mit der medikamentösen Behandlung, mit Schlaflosigkeit und Unruhe. Infos unter Telefon 01 70 / 5 98 29 58.

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