1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Kelkheim

Große Sorge um die Museums-Zukunft

Erstellt:

Kommentare

Verein und Bürgerinitiative sehen Spar-Idee und Tempo der Stadt kritisch

Kelkheim - Soll der Traum des Jahres 2018 zum Alptraum des Jahres 2022 werden?“ Diese Frage stellt sich die Bürgerinitiative Kelkheim mit Blick auf das Projekt Stadtmuseum mit Kulturzentrum im alten Pfarrzentrum Feldbergstraße. Denn am 28. Oktober 2018 - also diesen Freitag vor genau vier Jahren - hat die BI mit einem Bürgerentscheid das Gebäude gerettet und den Umzug erst möglich gemacht. Eine politische Mehrheit aus UKW und FDP war damals gegen das Projekt. Der Entscheid wurde mit 7952 „Ja“-Stimmen deutlich gewonnen, der Beschluss der Stadtverordneten aufgehoben.

Doch es dauerte nicht allzu lange, da zogen wieder dunkle Wolken über dem Projekt auf. Die Sanierungskosten stiegen scheibchenweise, liegen nun bei 3,5 Millionen Euro. Wieder deutet sich eine politische Mehrheit dagegen an, weshalb Erster Stadtrat Dirk Hofmann (CDU) ein Planungsbüro beauftragt hat, die Zahlen zu prüfen und nach Einsparpotenzialen zu suchen. Fündig wurde die Firma FF Projekt aus Frankfurt durchaus, schlug in einem Konzept den Verzicht auf den Kellerausbau und das größere Foyer vor - was die Kosten auf 3,2 Millionen Euro drücken könnte. Um auf die ursprünglichen 2,6 Millionen zu kommen, könnte das Museum zum umsatzsteuerpflichtigen Betrieb gemacht werden.

In einer ersten Stellungnahme wiederum hält der Museumsverein, der das Gebäude mit seinen Ehrenamtlern und dem Programm mit Leben füllen würde, von dem Einspar-Vorschlag nichts. Vorsitzender Jürgen Moog betont, er wolle sich das Konzept anschauen und mit den Vorstandskollegen besprechen. Doch er weiß natürlich, dass die Ausstellungsfläche durch einen Verzicht auf den Keller-Ausbau deutlich verringert würde. „Das ist für uns überhaupt nicht akzeptabel“, betont Moog. Diese Einspar-Idee sei „abzulehnen“. Ebenso wie die BI kritisiert der Vorsitzende den Zeitplan: „Die Stadt hat es einfach schleifen lassen.“ Wenn es schon Einsparungen geben müsse, dann schlägt der Vereinschef den großen Saal vor. Auch die BI ist in Sorge. „Nach wie vor appellieren wir an alle politischen Mandatsträger der Stadt, das Projekt Stadtmuseum nicht infrage zu stellen und mit den geringsten Umplanungen positiv zu begleiten“, betont Sprecher Thomas Zellhofer. Es sei für die Gruppe „schwer zu ertragen, wie dieses Projekt im Lauf dieser vier Jahre durch die Politik gepflegt oder besser gesagt nicht gepflegt wurde“. Nach dem Entscheid habe alles viel zu lange gedauert. Wie es weitergeht, ist offen. Die Fraktionen werden beraten, nur die FDP hat sich klar gegen eine Fortsetzung positioniert. wein

Auch interessant

Kommentare