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Gemüse anbauen im Gemeinschaftsgarten

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Viel Grün in und rund um die Beete: Dieses Bild hat die Bürgergartengesellschaft Idstein von ihrem Projekt gemacht. privat
Viel Grün in und rund um die Beete: Dieses Bild hat die Bürgergartengesellschaft Idstein von ihrem Projekt gemacht. privat © Nils Stephan

Gutes Dutzend Interessenten für neues Projekt in der Stadt / Arbeitsgruppe favorisiert zwei Flächen

Kelkheim - Die Stadtverordnetenversammlung erklärt ihre grundsätzliche Bereitschaft, ein städtisches Grundstück für die Einrichtung eines Gemeinschaftsgartens bereitzustellen.“ Diesen Antrag hatte die UKW-Fraktion gestellt. Im Sommer wurde er verabschiedet mit der Vorgabe, die Stadt solle für das Projekt werben und zu Treffen einladen. Zwei Termine hat es bereits gegeben. Wie der zuständige Dezernent im Magistrat, Wolf-Dieter Hasler, und die verantwortliche Rathaus-Mitarbeiterin Anke Schleich zufrieden berichten, sieht es jetzt sehr gut aus für das Vorhaben. Es gibt fast ein Dutzend Mitstreiter, die sich aktiv um einen solchen Gemeinschaftsgarten kümmern wollen.

Vier Flächen hat die Stadt vorab ins Auge gefasst, darunter eine im Park „Sindlinger Wiesen“, zwei in Münster, eine in Hornau. Den alten Friedhof in Kelkheim hat die Arbeitsgruppe noch auf die Liste setzen lassen. Laut Hasler gibt es nun zwei Favoriten, die er jedoch vorerst nicht nennen möchte. Es soll dort jeweils noch- mal eine Begehung geben.

Die Arbeitsgruppe soll ein Konzept erarbeiten, das letztlich noch einmal zum abschließenden Beschluss in die politischen Gremien gehen wird. Hasler findet es wichtig, hier auf die Bürgerbeteiligung großen Wert zu legen. Die Kelkheimer sollen den Garten betreiben, die Verantwortung und Organisation übernehmen. Auch dafür gebe es Interessenten, so Hasler. Eine feste Organisationsform soll die Gruppe aktuell noch nicht bekommen.

Auch die zuständige Rathaus-Kollegin Schleich findet das Projekt an sich prima. Letztlich müsse es in der Sache über das „Learning by doing“ gehen, also Erfahrungen über die Praxis gesammelt werden. Schleich hat in ihrer Präsentation schon mal eine Beispiel-Skizze beigefügt, wie ein solcher Gemeinschaftsgarten aussehen könnte. Eine Hütte für die Werkzeuge zum Beispiel sei schon Pflicht, auch ein Sitzbereich wird als wichtig angesehen. Sinnvoll wäre auch, das Areal zumindest durch Büsche oder Sträucher abzugrenzen. Diskutiert worden sei, ob zum Beispiel ein Zaun her müsse. Laut Hasler wollen die Mitstreiter keine hohe Einfriedung aus Metall, aber ein Schutz vor Tieren oder Gelegenheits-Obstdieben könnte sinnvoll sein. Entschieden ist das noch nicht.

Klar ist, dass diese Fläche einen Wasseranschluss braucht. Zudem würde der Bau einer Hütte Kosten verursachen. Erste Gelder sollen aber bereits in den Haushalt 2023 eingestellt werden. Denn die Gruppe tagt Ende November und im Januar vorerst noch zweimal und würde dann bereits ihr Konzept der Politik vorlegen. Es könnte also zügig gehen mit der Umsetzung.

Interessierte Neulinge können noch im Rathaus bei Anke Schleich per Mail an die Adresse anke.schleich@kelkheim.de anfragen. Das Projekt soll offen sein für Quereinsteiger - es soll aber eine bisher nicht definierte Grenze geben. Hasler regt an, auch das Gespräch mit dem Münsterer Kleingartenverein „Krautgärten“ zu suchen, der hier schon einige Erfahrungen gesammelt hat. Die Arbeitsgruppe kann sich an bereits umgesetzten oder geplanten Projekten orientieren. So befindet sich der Stadtgarten Eschborn in der Konzeptphase, dazu werden Muster-Beete auf dem Gelände einer ehemaligen Baumschule angelegt. Es soll zum Gemüseanbau zur Verfügung gestellt und ein Ort der Begegnung werden mit Veranstaltungen. Die Vergabe der Parzellen solle niedrigschwellig und unkompliziert sein, hat Schleich erfahren.

In Idstein gibt es die Bürgergartengesellschaft im Generationenpark Wörsbachaue. Es sei auch ein Ort für Kultur, Begegnungen, Lesungen, Mitmachaktionen und Workshops, Upcycling, Klappstuhl-Konzerte und Pflanzenbörse. Angepflanzt werden sollen dort Gemüse, Kräuter, essbare Blüten sowie Bienen- und Schmetterlingsweiden. Gärtner müssen Mitglied im Verein sein, der Beitrag liegt für Erwachsene bei 50 Euro, Jugendliche zahlen die Hälfte, Kinder bis 12 Jahre nichts, Familien 75 Euro.

„Die essbare Siedlung“ in Hattersheim ist aus einer großen - fast ungenutzten - Rasenfläche in einer 50er-Jahre-Siedlung an der Friedensstraße entstanden. „Hier sollte nicht nur gesundes Gemüse angebaut werde, es ging um sinnstiftende Freizeitbeschäftigung und darum, die Gemeinschaft zu stärken und ein Heimatgefühl zu schaffen“, äußert die Verwaltung.

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