1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Kelkheim

Firma „rasiert“ Straßenbäume

Erstellt:

Kommentare

Zu stark geschnitten hat eine Firma Bäume in Fischbach. sachs
Zu stark geschnitten hat eine Firma Bäume in Fischbach. sachs © Melina Sachs

Unternehmen räumt Fehler / Fraglich, ob Stämme noch zu retten sind

Kelkheim - Die Urteile im Facebook-Netzwerk „Alles rund um Kelkheim“ sind schon mal deutlich: „Das hätte jeder Hobbygärtner besser hinbekommen.“ Oder: „Es war regelrecht brutal, als sie abgeschnitten haben. Ich dachte zwischendurch, die beißen die Bäume runter . . . Ich hoffe, die Bäume schaffen es.“

Gemeint sind die Stämme an der Kelkheimer Straße, deren Äste jetzt zu einem großen Teil der Motorsäge zum Opfer gefallen sind. Auch Bürgermeister Albrecht Kündiger gefallen das Vorgehen und das Ergebnis nicht. „Wir sind erschrocken über das, was die beauftragte Firma da gemacht hat.“ Die meisten der mehr rund 17 Bäume seien regelrecht „verkrotzt“ worden. Das Unternehmen, das den Kelkheimer Auftrag wiederum laut Kündiger aufgrund von Personalmangel noch einmal weitergereicht hatte, habe sich bereits für die Fehler entschuldigt.

Die Frage der Schadensregulierung bereite ihm somit weniger Kopfschmerzen als die, was mit den Baumresten noch passieren soll, betont der Bürgermeister. Es gebe die Option, die Stämme erst einmal einfach so stehenzulassen - in der Hoffnung, dass sie in den nächsten Jahren wider Erwarten doch noch einmal austreiben. Allerdings stünden sie so lange trist an der stark befahrenen Straße dann da wie „Marterpfähle“, vergleicht Kündiger.

Auf der anderen Seite sei eine Forderung nach Neupflanzungen auch so nicht leicht umzusetzen. Denn Bäume bräuchten heute eigentlich größere Erd-Scheiben, der Platz an der Kelkheimer Straße sei aber sehr begrenzt. Zudem sei der Boden „voll mit Versorgungsleitungen“, hat sich Kündiger informiert.

Insgesamt sei die Sache „sehr, sehr, sehr ärgerlich“, macht der Bürgermeister noch einmal deutlich und ist dankbar für den Hinweis von Pflanzen-Fachleuten, die dort ein Geschäft betreiben. So habe die Stadt am Freitag die Arbeiten stoppen und wenigstens ein paar Bäume noch vor der Säge retten können. Sie sollen nun fachgerecht und in Maßen ihren Winterschnitt bekommen.

Deutlich macht Kündiger darüber hinaus noch, dass die Stadt hier keinerlei verkehrslenkende Maßnahmen im Hinterkopf hatte. Über die Bäume wurde diskutiert, als es um die Enge der Straße ging. Sie mussten zum Teil immer so geschnitten werden, dass Lastwagen genau hindurchpassten. Es wurde auch über einen Radfahrstreifen diskutiert, für den es an dieser Stelle zu eng geworden wäre und die 17 Bäume hätten weichen müssen.

Auch interessant

Kommentare