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„Digitale Stifte revolutionieren“

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Das Unternehmer-Team von „Stilolab“ am 3 D-Drucker mit Lehrer Roland Struwe (rechts). Privat
Das Unternehmer-Team von „Stilolab“ am 3 D-Drucker mit Lehrer Roland Struwe (rechts). Privat © privat

Neue Firma „Stilolab“ der Eichendorffschule kombiniert Schreib-Möglichkeiten

Kelkheim - Nicht nur Zoé Marrwitz hat solche Fälle an der Eichendorffschule (EDS) schon von Mitschülern erlebt: Die ganze Schule sei inzwischen technisch bestens mit I-Pads ausgestattet, so bedienen die Nutzer die Geräte auch mit einem digitalen Stift. Doch einen Kugelschreiber oder Bleistift hätten sie oft nicht mehr dabei, um etwas auf dem guten, alten Papier zu notieren. Das haben Pressesprecherin Marrwitz und ihre Kollegen von der neuen Schülerfirma „Stilolab“ immer mal wieder mitbekommen.

Analoger Aufsatz aus dem 3 D-Drucker

Und für dieses Problem wollen die Jungunternehmer jetzt unter dem Motto „Wir stiften Stil“ eine Lösung bieten. Der Name „Stilolab“ setzt sich aus dem französischen Wort „Stilo“ für Stift und der Kurzform „Lab“ für Labor zusammen. Die EDS-Firma will mit ihrem Produkt das klassische Schreiben auf Papier mit der digitalen, modernen Variante verknüpfen. „Wir wollen digitale Stifte revolutionieren“, hebt Marrwitz hervor.

Nun hat sich das noch junge Unternehmen, das mit Schuljahresbeginn im September an den Start ging, erstmals beim Tag der offenen Tür an der Gesamtschule vorgestellt und dabei auch eine Marktanalyse unter vielen Mitschülern gemacht.

Die Resonanz ist laut der Sprecherin positiv, das Interesse an einem solchen Doppel-Schreibwerkzeug durchaus vorhanden. Geplant sei es dann, einen digitalen Stift mit einem selbst hergestellten analogen Aufsatz zu ergänzen. Dieser klassische Stift soll in einem 3 D-Drucker hergestellt werden. In einem weiteren Schritt denke „Stilolab“ aber auch über eigene digitale Schreiber nach, kündigt Marrwitz an.

Die Gründung einer Schülerfirma ist schon seit gut sieben Jahren fester Bestandteil des EDS-Angebots in der Einführungsphase der 11. Klasse. Lehrer Roland Struwe hat dieses Projekt, das Teil des bundesweiten „Junior“-Programms vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln ist, nach Münster gebracht.

Mit großem Erfolg: In diesem Frühjahr wurde die EDS-Firma „Carducation“ mit ihrem Klima-Kartenspiel erst Hessenmeister, dann deutscher Meister und in Estland Dritter bei den Europameisterschaften der Schul-Unternehmen. Auch in den Jahren zuvor wurden schon einige Landestitel errungen. „Carducation“ führt den Betrieb jenseits des „Junior“-Projektes weiter und war ebenfalls beim Tag der offenen Tür präsent. In diese aktuell sehr große Fußstapfen möchte „Stilolab“ natürlich gerne treten. Die Vorgänger hätten schon einige Tipps gegeben, berichtet die Sprecherin. Vor allem aber hätten sie durchaus das Interesse an diesem Wahlpflicht-Projekt verstärkt.

Die 16-Jährige habe die Sache „irgendwie gefangen“, wie sie sagt. Es sei spannend und mache viel Spaß. „Stilolab“ kam schon sehr schnell in Schwung. Nach den ersten beiden Doppelstunden mit einer Ideen-Sammlung wurde bereits das zentrale Thema in Richtung Digitalisierung präsentiert. Wichtig sei es, ein Problem anzugehen und dabei auch möglichst nachhaltig zu arbeiten, betont Marrwitz. Mit dem abbaubaren Material aus dem 3 D-Drucker ist das berücksichtigt. Auch sei geplant, auswechselbare Minen zu produzieren.

Aktuell läuft einerseits das Marketing mit eigenen Auftritten mit Homepage, auf Facebook, Instagram und Tik-Tok an. Andererseits wird an der Produktion gefeilt. Mit dem Weihnachtsgeschäft werde es wohl eher nichts mehr, sagt Zoé Marrwitz. Doch wenn 2023 dann der Landeswettbewerb ansteht, will „Stilolab“ auf jeden Fall präsent sein.

Früher konnten die Schülerfimen als finanzielle Grundlage Aktien verkaufen, nun sind es Förderurkunden, die ihnen im Maximal-Fall zusammen 1000 Euro einbringen können. Nicht allzu viel Geld für ein eigenes Unternehmen, weshalb die jungen Leute mit ihren Finanzen haushalten, sich womöglich weitere Sponsoren suchen müssen.

Für Firmensprecherin Marrwitz, deren Vorstandschef Marvin Schops ist, hat sich die Sache schon gelohnt. Das sei eine „interessante Erfahrung, so etwas lernt man nicht im Schul-Unterricht“, sagt die 16-Jährige und hofft auf gute Perspektiven und Bilanzen der neuen EDS-Schülerfirma.

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