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Die Post zieht ins Traditionsgeschäft Pabst

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Chef Rüdiger Simon sagt auch mit der Grußkarte Danke. Mitarbeiterin Vanessa Ohlenschläger wird übernommen. wein
Chef Rüdiger Simon sagt auch mit der Grußkarte Danke. Mitarbeiterin Vanessa Ohlenschläger wird übernommen. wein © wein

Buchhandlung schließt / Schreibwaren bleiben erhalten und werden um Bürgerservice ergänzt

Kelkheim - Vor einigen Monaten noch sah es so aus, als würde in der Möbelstadt wieder eine Ära zu Ende gehen. Rüdiger Simon hatte vor, die in den 1950er Jahren eröffnete Buchhandlung Pabst zum 31. Dezember 2022 zu schließen. Doch dann kam eine neue Variante ins Spiel, die das Geschäft in Teilen rettet und für den Chef „die beste Lösung“ ist. Denn Anfang des Jahres kam André Begemann auf Simon zu. Er betreibt seit Oktober 2019 bereits die Post in Königstein. Die Chemie zwischen den Unternehmern stimmte sofort. So wird im linken Teil des Geschäfts, wo derzeit Ausverkauf der Bücher ist, eine Postfiliale einziehen. Im anderen Bereich werden weiterhin Schreibwaren, Zeitschriften, Grußkarten und Geschenkartikel verkauft.

Deshalb spricht Begemann, der in Altenhain lebt und in der Region zudem Corona-Testzentren betreibt, von einer Win-win-Situation. Auch für die Stadt Kelkheim, denn die Schließung der Post an der Breslauer Straße ist schon seit gut einem Jahr bekannt.

Die Postbank als Betreiber hatte den Rückzug vieler Filialen angekündigt, immer mal wieder war zu. Die Deutsche Post AG wollte mit einer neuen Partner-Zweigstelle in die Bresche springen. Das kleine Lädchen „Lotto-Glück“ an der Frankfurter Straße bietet Leistungen zum Teil bereits an. Die neue „große“ Post mit dem umfangreichen Service entsteht nach einigen vergeblichen Anläufen an anderen Standorten nun bei Pabst im Stadtzentrum. Begemann, der einige Jahre Tennisprofi war, will am 21. November eröffnen und kündigt nahezu alle Leistungen, auch für Postbank und mit Postfächern, an - mit Ausnahme eines Geldautomaten. Was Vorgänger Simon, der sich nun Ende September verabschiedet, besonders wichtig ist: Zwei der drei Mitarbeiterinnen werden vom neuen Geschäft übernommen, eine Kollegin hört auf. Er ist dankbar für knapp zehn gute Jahre in Kelkheim und betont, dass der weitgehende Service für die Kunden erhalten bleibe. Allerdings sei das Geschäft mit den Büchern immer schwerer geworden, Simon sieht hier eine „Kaufzurückhaltung“ - auch, aber nicht nur durch das Internet. Zudem seien die Kosten für Bücher, Papier und Energie deutlich gestiegen. Simon hat noch drei weitere Geschäfte - in Kriftel (Schreibwaren Maurer), Königstein und Kronberg. Sie bleiben den Kunden erhalten, hier gibt es aber auch keine Bücher, sondern Zeitschriften und Schreibwaren.

Natürlich sei mit dem Abschied des in Kelkheim bekannten und ältesten Buchladens „ein weinendes Auge“ verbunden, sagt Simon. Doch letztlich zitiert der Einzelhandels-Fachmann den in der Branche bekannten Spruch: „Handel ist Wandel“. Der Ausverkauf der Bücher läuft.

Wer in Kelkheim Lesefutter braucht, ist weiterhin versorgt. Die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Buchhandlungen „Bücherstube Tolksdorf“ (ehemals Herr) und „Viola’s Bücherwurm“ sei sehr gut gelaufen, „wir hatten ein Superverhältnis“.

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