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Die neue Tierschützer-Generation

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Von Hunden umgeben: der neue Vorsitzende Mark Bojko und Stellvertreterin Julia Hemming. wein
Von Hunden umgeben: der neue Vorsitzende Mark Bojko und Stellvertreterin Julia Hemming. wein © wein

Vorstands-Duo mit vielen Ideen / Jugend begeistern / Sommerfest am Samstag

Kelkheim - Wer im Tierheim mit Verantwortlichen spricht, bleibt selten ungestört. Immer wieder wuseln kleine Hunde um die Beine herum. Es ist Leben hier am Zeilsheimer Weg - auch wenn das Team am liebsten ein gutes Zuhause für alle Tiere finden würde. Doch es bleibt viel Arbeit für den Tierschutzverein, der nun ein neues Führungsduo bekommen hat: Vorsitzender Mark Bojko und Stellvertreterin Julia Hemming sind seit wenigen Wochen die Chefs. Sie haben die Nachfolge von Leiterin Rosemarie Hippel angetreten.

Das Duo spricht von einem „Generationswechsel“. Bojko und Hemming haben oder hatten eigene Hunde, sind seit wenigen Jahren im Verein. „Der Wunsch war schon immer da, sich sozial zu engagieren“, sagt der 49-Jährige, der bei einer Bank arbeitet. Seine Stellvertreterin ist Sozialarbeiterin, hat eine Hundetrainer-Ausbildung und spricht beim Ehrenamt von der „Herzensangelegenheit“. Weiterhin im Vorstand sind Schriftführerin Susanne Oberheidtmann sowie die Beisitzer Thomas Laufer und Peer Otto. Das Tandem an der Spitze freut sich über ein „eingespieltes Team“, allen voran Tierheimleitung Nadine Bahr, die schon sieben Jahre als Festangestellte dabei ist.

Gut 250 Mitglieder, rund 100 Helferinnen und Helfer

Hinzu kommen zwei Minijobber, eine Kraft im Freiwilligen Sozialen Jahr, vielleicht bald eine zweite. Inzwischen wurden Teams gebildet, jede Tiergattung im Haus - Hunde, Katzen, Nager - hat eine Bereichsleitung, zudem gibt es eine sehr engagierte Technik-Mannschaft, hebt Bojko hervor. Der Verein hat rund 250 Mitglieder, auf dem Papier sind davon 100 aktive Helfer. Mit diesem Fundament gehen die Tierfreunde die neuen Aufgaben an. Am Samstag, 10. September, steht von 12 bis 18 Uhr erst einmal das Sommerfest am Zeilsheimer Weg 9 an. Möglich ist ein Blick hinter die Kulissen, es gibt einen Flohmarkt für Tierbedarf, Kinderschminken. In Kooperation mit dem „Kunstkaufhaus“ sind Kunstaktionen sowie ein Show-Malen geplant. Eine solche Zusammenarbeit kann sich der Vorstand verstärkt vorstellen. Sie wollen den Austausch mit anderen Tierheimen ausbauen, kündigen Bojko und Hemming an.

„Wir haben unfassbar viele Ideen“, freut sich die 42-Jährige. Die Jugendarbeit könnte mit einem Aktionstag aktiviert werden, Tierpatenschaften sind möglich, ein „Tier des Monats“ soll es regelmäßig geben, auch wolle der Verein „präsenter werden“, so Bojko - durch eine neue Homepage und den Auftritt in den Sozialen Netzwerken.

Alles, um den Tieren zu helfen. Das sei viel Arbeit, die Helfer leisten zusammen rund 12 000 ehrenamtliche Stunden im Jahr. Aber es seien auch rund 150 Tiere, die hier in zwölf Monaten etwa vermittelt werden, weiß Bojko. Dass sich in der Pandemie-Zeit viele Familien einen Hund angeschafft haben, können sie bestätigen. Dass aber viele Tiere nun wieder im Heim landen, weil es doch nicht passe - das sei in Kelkheim so nicht spürbar gewesen, betont Hemming. „Unsere Vermittler haben ein gutes Auge darauf, sie prüfen und gehen sensibel damit um“, ergänzt Bojko. Es sei immer gefragt worden, ob der Hund nach der Zeit im Home-Office noch willkommen sei. „Sehr kritisch“ sieht Hemming einen Verkauf von Tieren über das Internet. Denn auch diese landen dann mitunter wieder im Heim. Einen Aufnahmestopp gab es in Kelkheim nicht. Aktuell haben sie acht Hunde, elf Katzen, acht Kaninchen und vier Ratten in ihrer Obhut. Es werde künftig vorausgeplant, welche Tiere erwartet werden. Denn die Kelkheimer arbeiten mit einem Heim in Rumänien zusammen. Froh ist das Duo über einen neuen Hundeauslauf, geplant wird eine Solaranlage auf dem Dach. Ein Sonderlob gibt es für Vorgängerin Hippel: „Das war ihr Lebenswerk, auf dem man aufbauen, das man ausbauen kann“, sagt Bojko und möchte auch andere ehemalige Aktivposten wie Ursula Braun-Bornhöft oder Evelin Dietz hervorheben. Hippel ist fast 30 Jahre im Verein, war davon gut die Hälfte im Vorstand. Sie ist vor allem stolz, dass der Bau des neuen Tierheims in ihrer Zeit realisiert wurde.

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