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Die Herausforderungen der Samtpfoten-Hilfe

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Katzeninitiative mit erster Bilanz und neuen Hürden

Kelkheim - Die ersten zwölf Monate einer neuen, aktiven Tierschutz-Gruppe in der Möbelstadt sind beendet. Die zehn Mitstreiter im Team der Katzen-Initiative blickt zufrieden auf die Bilanz 2022 zurück: Insgesamt neun Katzen haben die freiwilligen Helfer aufgenommen, medizinisch versorgt und wieder neu vermittelt oder freigelassen. Das Team um Irene Schimmelpfennig und Evelin Dietz startet auch in das neue Jahr wieder mit vollem Tatendrang.

Die Einfang-Aktionen seien immer recht aufwendig, da sie nachts laufen und es auch nicht immer gelingen mag, wie Schimmelpfennig und Dietz erläutern. So müsse über mehrere Nächte hinweg ein freiwilliger Helfer zur Verfügung stehen und Hinweisen zu Streunern nachgehen. Nach einer erfolgreichen Aktion geht es am nächsten Morgen zur Tierärztin, um die Vierbeiner untersuchen und kastrieren zu lassen. Eventuell notwendige Impfungen werden nachgeholt und, wenn vorhanden, eine Kennzeichnung des Tieres geprüft. Neben dem Einfangen und Weitervermitteln versorgt die Initiative Futterstellen sowie auch Katzenbesitzer bei Tierarztterminen und berät sie bei Problemen mit ihren Vierbeinern.

Die Verpflegung von Tieren sei ohnehin nicht billig und die steigenden Kosten für Tierarztbesuche und Futter belasteten auch die Katzenretter, machen die beiden Kelkheimer Helferinnen deutlich. „Bis dato hat die Finanzierung über Spenden immer funktioniert, aber auch, weil die Mitarbeiter sich selber einbringen“, erklärt Evelin Dietz. Ein möglicher Gewinn spiele bei der Vermittlung der Tiere keine Rolle, doch um die Rettungsaktionen in Zukunft weiter ausführen zu können, seien sie auch weiter auf Spenden angewiesen, so Dietz. Unterstützend dazu ist momentan die Facebook-Seite „Katzen-Initiative Kelkheim“ in Arbeit, durch die mehr Aufmerksamkeit und Bekanntheit im Umkreis erlangt werden soll.

Sorge wegen Arztkosten und Kastrationspflicht

Nicht nur bei der fehlenden Online-Präsenz habe die Zusammenarbeit mit den Tierheimen aus Kelkheim und Hattersheim viel geholfen. Bei der Suche nach einer neuen Familie für die Katzen hat darüber hinaus eine Anzeige auf den Homepages der Tierheime im vergangenen Jahr zu schnellen Vermittlungen geführt. Durch die Zusammenarbeit werde auch für Gesellschaft für die Samtpfoten gesorgt, damit sie nicht vereinsamen, betonen Schimmelpfennig und Dietz.

Häufig nehmen die Helfer Junge privat auf und sind bemüht, das Tier zu resozialisieren. Aktuell sucht die ein Jahr alte Minka ein neues Zuhause. Sie wohnt in einer Pflegestelle, nachdem sie im November eingefangen, kastriert, geimpft und gechipt wurde. „Sie ist sehr scheu, ängstlich und schreckhaft Fremden gegenüber, doch bei ihrer Pflegemutter hat sie ihre Angst inzwischen überwunden und spielt, tobt und kuschelt ausgiebig“, beschreibt Schimmelpfennig. Die Initiative sucht jetzt ein ruhiges Zuhause, das ausreichend Geduld und Zeit für sie aufbringt. Einzelheiten zu Minka speziell, aber auch zur Initiative allgemein können Interessente unter Telefon 01 76 /66 67 89 06 erfahren.

Doch wenn Zeit und Räume der Freiwilligen eine solche Hilfe nicht zulassen, bieten die beiden Tierheime sich als vorübergehende Pflegestelle an. „Langjährige Streuner, die so an das Leben auf der Straße gewöhnt sind und eine Resozialisierung ausgeschlossen scheint, werden bei den Futterstellen wieder freigelassen“, beschreibt Dietz, die sich mit ihrer Vereins-Partnerin früher auch im Kelkheimer Tierheim engagiert hat.

Seit über zehn Jahren setzt sich Schimmelpfennig außerdem bei der Stadt für eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht ein. Ziel der Aktion ist es, die Anzahl der Streunerkatzen zu stoppen und Verbreitung von Krankheiten unter den Tieren vorzubeugen. Das Ordnungsamt jedoch habe die Forderung seither mit der Begründung zurückgewiesen, dass „Streunerkatzen bei uns kein großes Thema seien“. Schimmelpfennig gibt zu, dass es aktuell keine bekannten Streuner-Populationen in Kelkheim gibt und hat entschieden, diese Forderung erstmal ruhen zu lassen. Das Thema ist für sie jedoch keineswegs abgeschrieben, die Entwicklung wird weiter beobachtet. Und die Katzeninitiative in der Möbelstadt wird weiter an Präventionsmaßnahmen arbeiten. Die Gruppierung kämpft auch künftig dafür, dass der Tierschutzgedanke in der Stadt gewahrt bleibt.

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