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CDU will Deckel für Kita-Kirche-Projekt

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Vorhaben soll nicht gestoppt, aber Bistum mehr in die Pflicht genommen werden

Kelkheim - Am vergangenen Sonntag wurde die Kirche St. Matthäus entweiht. Dort sollen bald die Bauarbeiten beginnen und die benachbarte, zu kleine und marode Kita Sancta Maria einziehen. Das Projekt ist unter Dach und Fach - allerdings gibt es vor der Stadtverordnetenversammlung am Dienstag, 27. September (19.30 Uhr, Rathaus), wieder Unruhe. Grund ist ein Antrag der CDU, den Kostenanteil der Stadt zu deckeln. Der Verein „Stimme für Ruppertshain“ sieht das kritisch und hat an den Bürgermeister geschrieben (Text rechts), die FDP wiederum sieht sich in ihrer Ablehnung des Projektes bestätigt.

W ie CDU-Fraktionschef Carsten Schrage auf Anfrage deutlich macht, wolle die Union das Projekt keinesfalls blockieren oder stoppen. Doch es müsse bei der steten Kostensteigerung ein „Zeichen gesetzt werden, dass das Bistum etwas schärfer rechnen soll“. Im Antrag heißt es zuerst: Der Kita-Kirche-Umbau werde „auch weiterhin unterstützt“. Um jedoch „eine finanzielle Überbeanspruchung des städtischen Haushalts sowie der Pfarrgemeinde zu verhindern“, soll der städtische Zuschuss auf 2,4 Millionen gedeckelt werden. Das ist der Anteil an den aktuellen, von 3,4 auf 6 Millionen gestiegenen Baukosten, die der Haupt- und Finanzausschuss schon diskutiert hat. Zudem regt die CDU an, die Stadt soll den alten Kindergarten samt Grundstück der Kirche kaufen, sofern das unter dem Marktpreis liege. 600 000 Euro hält die Fraktion für angemessen. Mit 3 Millionen hätte die Stadt dann einen erheblichen Beitrag geleistet, betont Schrage. „Da es sich hier um ein Vorzeigeprojekt des Bistums handelt, sehen wir vornehmlich das Bistum in der Pflicht, die Kosten streng zu überwachen und nötigenfalls selbst für einen Ausgleich weiterer Preisanpassungen zu sorgen“, stellt die CDU klar. Sie verweist auf „seriöse alternative Kalkulationen“, für rund 2,4 Millionen an einem anderen Standort neu bauen und damit Eigentum haben zu können.

Gegen das Projekt ist neben den Freien Wählern Kelkheim auch die FDP. Deren Fraktionschef Michael Trawitzki hat jetzt in einer Mitteilung betont: Unabhängig von „wieder einmal nicht kalkulierbaren Kosten“ halten die Liberalen die Kirche „nicht für einen Ort, der sich für einen Kindergarten eignet“ und zählen „wenig Licht sowie verwinkelte Räume“ auf. Die FDP fürchtet, dass Kinder später „abwandern“ werden. Und sie könne nicht nachvollziehen, dass es laut Bürgermeister im Ort keinen geeigneten Bauplatz für eine neue Kita geben soll. Da gebe es durchaus Alternativen, vielleicht an der Schönwiesenhalle oder am Friedhof, dessen Plan-Fläche nicht mehr komplett gebraucht werde. An die Kirche als Betreiber sei die Stadt nicht gebunden, es gebe auch bereits andere Interessenten, weiß Trawitzki.

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