1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Kelkheim

Bundes-Silber für „Krautgärtner“

Erstellt:

Kommentare

Das Team des Münsterer Kleingartenvereins „Krautgärten“ freut sich mit den Offiziellen bei der Preisverleihung in Berlin über den Silber-Pokal und die Urkunde. Gerhard Apitz
Das Team des Münsterer Kleingartenvereins „Krautgärten“ freut sich mit den Offiziellen bei der Preisverleihung in Berlin über den Silber-Pokal und die Urkunde. Gerhard Apitz © Gerhard Apitz

Kleingartenverein freut sich über Ehrung in Berlin und Generationenwechsel

Kelkheim - Der Generationenwechsel ist da - eine bunte Gemeinschaft gestaltet und prägt die Kleingärten.“ Dieser Satz ist ein Auszug aus der Broschüre zur Preisverleihung und Abschlussveranstaltung des Bundeswettbewerbes „Gärten im Städtebau“ in Berlin. Und er hat Sascha Apitz besonders beeindruckt. Er ist Vorsitzender des Kleingartenvereins „Krautgärten“. Als amtierender Hessenmeister waren die Münsterer für die deutschen Titelkämpfe qualifiziert.

Am Ende gab es nicht den einen Sieger, dafür aber Medaillen für die 22 Vereine. Sieben Gold-, neun Silber- und sechs Bronzepokale wurden verliehen. Zusätzlich wurden insgesamt 31 200 Euro Preisgeld vergeben. Die „Krautgärten“ freuen sich über Silber und 1400 Euro für die Clubkasse. Ebenso wie die Kollegen „Unter den Nussbäumen“ aus Wiesbaden, die nur knapp beim Landeswettbewerb unterlegen waren. Für den Verein aus Münster war die Sache schon ein besonderes Erlebnis, wie nicht nur Chef Apitz findet. Ein wenig kennen sie sich ja aus, beim Hessenwettbewerb waren sie 2017 Dritter geworden. Dann folgte Ende 2021 das i-Tüpfelchen: Die Münsterer wurden Landesmeister und erhielten den großen Pokal sogar in der heimischen Stadthalle. Mehr noch: Sie waren für das Bundesfinale qualifiziert.

Im Sommer machte eine Delegation aus Experten eine Rundfahrt durch Deutschland und nahm die 22 Finalisten unter die Lupe. Die „Krautgärten“ hatten sich ins Zeug gelegt, ihren Verein präsentiert, das „Gartenschläfer-Projekt“ vorgestellt, den Schul- und Lehrgarten gezeigt und heimischen Handkäs’ serviert. Die Kommission äußerte sich angetan, denn sie lege Wert auf Nachhaltigkeit, ein intaktes Vereinsleben und die Einbindung eines Clubs in die Stadt. All das ist in Münster gegeben. Und zeigt sich schon daran, dass die „Krautgärtner“ das Finale in Berlin zum Familienausflug nutzten. Der Vorstand samt Obmann und die Partner waren drei Tage in der Bundeshauptstadt. Apitz war vom Rahmen angetan. Besonders beeindruckend findet er den Wandel im Kleingarten, der früher als spießig galt und mehr älteren Menschen vorbehalten war.

„Der Generationenwechsel ist in den Gärten und Vereinsgremien angekommen.“ Bei den „Krautgärten“ bewirtschaften 44 Mitglieder aus 12 Nationen mit ihren Familien die Parzellen. „Zur Gartengemeinschaft gehören 24 Kinder bis 12 Jahre“, betont Apitz und führt aus: „Ein junger Vorstand krempelt den Verein um, nutzt ergänzend zu traditionellen Medien die Vereins-App und Facebook zur Kommunikation.“

Gut vernetzt seien sie mit Schulen, Kitas und Naturschutzverbänden, die Kleingartenanlage entwickele sich zum „Grün für alle“. Damit stehe Kelkheim „stellvertretend für viele andere Vereine, in denen junge Teams neue Akzente setzen“, weiß Apitz und ergänzt: „Die Begeisterung für und das Interesse an Grün und Garten zeigt sich an den langen Wartelisten der Mehrzahl der Vereine.“

Der 25. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ sollte besonders soziale, ökologische und städtebauliche Leistungen würdigen, heißt es vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG). Das Motto lautete: „Kleingärten: Stadtgrün trifft Ernteglück“. Der Wettbewerb habe deutlich gemacht, „dass Kleingartenanlagen ihren Zweck innerhalb dicht besiedelter Städte ebenso erfüllen wie im ländlichen Raum.

Während der elftägigen Bereisung zeigte sich eindrucksvoll, wie wandlungs- und anpassungsfähig das Kleingartenwesen auf diverse gesellschaftliche Herausforderungen reagiert“, erklärt Dirk Sielmann, Präsident des Bundesverbands. „In vielen der am Wettbewerb beteiligten Kommunen ist erkannt worden, dass es unabdingbar ist, das Kleingartenwesen in der aktuellen Zeit des Wandels zu fördern und zu unterstützen.“

Alle vier Jahre bitten Bundesregierung und BDG zur Meisterschaft. „Die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner haben sich längst auf den Weg in die Zukunft gemacht und packen die Dinge an - ob Artenschutz, interkulturelles Zusammenleben oder Generationenzusammenhalt.“ Der Einsatz für mehr Biodiversität und Klimaschutz, noch mehr naturnahe klimafreundliche Gärten sowie weitere niedrigschwellige Angebote für die Nachbarschaft habe einen „enormen Schub bekommen“ und werde auch über Seminare, Fachberatung und Publikationen gefördert.

Auch interessant

Kommentare