Kelkheim

Bürgermeister dreht an Gebührenschraube

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Weil die Gebühren für Wasser, Müllabfuhr und Friedhöfe die Kosten nicht mehr decken, sollen in Kelkheim pro Haushalt 100 Euro mehr pro Jahr fällig werden.

Die Entscheidung, die städtischen Gebühren in dem Jahr zu erhöhen, in dem Kommunal- und Bürgermeisterwahl stattfinden, erscheint mutig. Doch Rathauschef Albrecht Kündiger (UKW), der im März 2021 für eine zweite Amtszeit kandidiert, ist überzeugt: „Die Bürger schätzen Ehrlichkeit.“ Ihm sei wichtig, nachhaltige Politik zu machen, sagte der Grünen-Politiker beim Pressegespräch. Dazu gehöre, dass städtische Gebühren kostendeckend sein müssten.

Um dieses Ziel zu erreichen, plant der Kämmerer, die Gebühren für Wasser, Abwasser und Abfallentsorgung um rund zehn Prozent anzuheben. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeute das eine Mehrbelastung von etwa 100 Euro im Jahr, sagte Kündiger. Auch die Friedhofsgebühren sollen in Kelkheim im Jahr 2021 steigen. Auf dem bisherigen Niveau bleiben dagegen die Hebesätze für Gewerbesteuer und Grundsteuer. Und es werden als Folge der Corona-Pandemie auch keine geplanten Investitionen in der Stadt gestrichen.

„Wir haben in den vergangenen Jahren Überschüsse erwirtschaftet, damit können wir nicht nur im Nachtragshaushalt für dieses Jahr, sondern auch im Haushalt 2021 ein Einnahmendefizit kompensieren und coronabedingte höhere Kosten auffangen“, machte Kündiger deutlich. Bei einem Gesamtvolumen von 66 Millionen Euro ist der Haushalt, den Kündiger gestern im Parlament eingebracht hat, ausgeglichen.

13,9 Millionen Euro werden für die Kinderbetreuung ausgegeben. Die von den Eltern zu zahlenden Gebühren für einen Ganztagsplatz sind mittlerweile bei 500 Euro gedeckelt. Geplant ist der Bau einer neuen Kinderkrippe, Geld gibt es auch für den Umbau des Pfarrzentrums Sankt Franziskus zum Stadtmuseum und für ein neues Feuerwehrhaus in Eppenhain. Dass der Schuldenstand auf 43 Millionen Euro steige, sei angesichts sehr niedriger Kreditzinsen vertretbar, befand der Kämmerer.

Mehr finanzielle Unterstützung bräuchten auch die städtischen Gesellschaften wie die Gutsverwaltung Rettershof oder die Stadthallen Kelkheim GmbH, sagte Kündiger. Gastronomen, die in den städtischen Liegenschaften tätig seien, dem Schlosshotel am Rettershof oder dem Indoorspielplatz Halli-Galli, der im einstigen Hallenbad untergebracht ist, komme man angesichts stark gesunkener Einnahmen bei der Pacht entgegen. „Wir haben großes Interesse daran, dass diese Betriebe die Pandemie überleben.“

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