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Paulina und Pauline (von links) haben ihren Spaß mit den neuen Büchern.
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Paulina und Pauline (von links) haben ihren Spaß mit den neuen Büchern.

Kelkheim Stadtbücherei

Bücherei zum halben Preis

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Unruhe bei Mitarbeiterinnen und Nutzern der Kelkheimer Stadtbücherei: Die FDP will den Etat der Bibliothek drastisch kürzen. Bürgermeister Thomas Horn (CDU) hatte das Ansinnen der Liberalen erst noch scharf abgelehnt. Doch jetzt spricht vom Anfang einer Diskussion.

Unruhe bei Mitarbeiterinnen und Nutzern der Kelkheimer Stadtbücherei: Die FDP will den Etat der Bibliothek drastisch kürzen. Bürgermeister Thomas Horn (CDU) hatte das Ansinnen der Liberalen erst noch scharf abgelehnt. Doch jetzt spricht vom Anfang einer Diskussion.

Paulina und ihre Freunde aus der Kinderkrippe „Kleine Strolche“ machen sich sofort über den Bücherstapel her. Sehr zur Freude der Leiterin der Kelkheimer Stadtbücherei, Annemarie Klein, und der Vertreter des örtlichen Lions Clubs.

„Wir hoffen, dass noch mehr Kinder und Jugendliche die Einrichtung nutzen“, sagt dessen Vizechef Ulrich Fried. Deshalb hat der Verein nun 2000 Euro gespendet, womit Klein und ihr Team 171 Bilderbücher und interaktive Medien speziell für die kleinsten Besucher angeschafft haben. Sie beteiligen sich damit an dem Projekt „Lesestart“ des Bundesfamilienministeriums.

Im Laufe des Jahres wollen die Lions der Stadtbücherei noch eine Hörbuchstation spendieren. „Bildung ist wichtig“, betonte Ulrich Fried gestern bei der Spendenübergabe. Fried ist vielen noch als ehemaliger Landesvorsitzender des Steuerzahlerbundes bekannt.

Ums öffentliche Geld geht es auch in der politischen Diskussion, die für große Unruhe bei Mitarbeiterinnen und Nutzern der Bücherei sorgt. Denn der FDP sind die Kosten von mehr als 400.000 Euro pro Jahr ein Dorn im Auge. Aus Sicht des Fraktionsvorsitzenden Heinz Kunz wäre der Betrieb „auch für 200 000 Euro machbar“. Sein Motto: „Klasse statt Masse“. Deshalb kann sich Kunz gut vorstellen, dass die Bücherei ihr Angebot räumlich erheblich reduziert und sich auf eines von derzeit zwei Stockwerken in der Stadtmitte Nord beschränkt. „Wir wollen eine moderne Bücherei“, betont Kunz. Da sich das Leseverhalten immer mehr in Richtung E-Books verlagere, seien die aktuell 800 Quadratmeter nicht mehr nötig. Die frei werdende Etage solle die Stadt am besten untervermieten. Wenn das nicht klappe, könne das Museum Kelkheim einziehen – wodurch die Stadt gleichzeitig die Mietkosten im Holunderhof an der Frankfurter Straße einsparen würde.

Bürgermeister Thomas Horn (CDU) äußert sich inzwischen recht vorsichtig zu dem Thema. In der Haushaltsdebatte hatte er Kunz noch mit den Worten zurechtgewiesen: „Kelkheim liegt nicht in der Uckermark.“ Nun sagt er: „Wir stehen erst am Anfang der Diskussion.“ Angesichts eines strukturellen Haushaltsdefizits von knapp zwei Millionen Euro pro Jahr sei es „ein legitimes Anliegen“, über Sparmöglichkeiten nachzudenken. Da könne auch die Bücherei nicht außen vor bleiben.

Hohe Mietkosten

Allerdings erwähnt er gleichzeitig die „hohe Wertschätzung“, der öffentlichen Bibliothek bei den Bürgern. Mit rund 117.000 Ausleihen und mehr als 45.000 Besuchern pro Jahr liege sie auf Platz zwei im Kreis hinter Hofheim. Auf keinen Fall sei daran gedacht, die Bücherei zu schließen. Und es sei auch weiterhin nötig, den Bestand immer wieder aufzufrischen. Es müsse aber darum gehen, das Angebot „zu optimieren“, kündigt Horn an. Dabei sollen Kinder und Jugendliche weiterhin im Fokus stehen.

Grundproblem sind die hohen Mietkosten in der Stadtmitte. Der Investor hatte seinerzeit darauf bestanden, dass die Stadt sich in den neuen Räumen einmietet. „Das war damals ein wichtiger Beitrag, um die Stadtmitte überhaupt zu realisieren“, sagt Thomas Horn. Die Miete beträgt etwa 160 000 Euro pro Jahr. Der Vertrag läuft noch zwölf Jahre.

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