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Kelkheim Stadtbücherei Kommentar

Bildung für wenige

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Die FDP präsentiert sich gern als Bildungspartei, doch nur wenn es darum geht, für ihre eigene Klientel etwas herauszuholen. Menschen, deren Portemonnaie weniger prall gefüllt sind, wie etwa die Nutzer der Kelkheimer Stadtbücherei, müssen dagegen Einschnitte hinnehmen.

In Sonntagsreden präsentiert sich die FDP gern als Bildungspartei. Ihr neuer Parteivorsitzender Christian Lindner hat jüngst „faire Startchancen“ für alle Kinder angemahnt. Doch wenn man sich die politische Praxis anschaut, gerät dieser Anspruch schnell ins Wanken. So haben Lindners hessische Parteifreunde maßgeblich dafür gesorgt, dass die skandalumwitterte European Business School Millionen-Subventionen aus der Staatskasse erhielt – eine private Hochschule wohlgemerkt, deren Studenten in der Lage sind, mehrere Tausend Euro Gebühren pro Semester zu zahlen.

Währenddessen nimmt die FDP in Kelkheim die örtliche Stadtbücherei ins Visier. Auch eine Bildungseinrichtung; allerdings eine, die sich vor allem an Menschen richtet, deren Portemonnaie weniger gut gefüllt ist. Gleich um die Hälfte will Fraktionschef Kunz den Etat der Bibliothek zusammenstreichen. Und da die FDP gemeinsam mit der CDU die Mehrheit im Parlament hat und mit Dirk Westedt den Kämmerer stellt, sind Mitarbeiterinnen und Nutzer der Bücherei alarmiert. Denn ohne drastische Einschnitte im Angebot ist eine Einsparung von 200.000 Euro im Jahr nicht möglich.

Angesichts stetig steigender Schulden ist es völlig in Ordnung, dass die FDP Gedanken über einen ausgeglichenen Haushalt macht. Mindestens genauso legitim ist es aber, sich die Frage zu stellen, wie lebenswert eine Stadt ohne funktionierende Bücherei, ein Schwimmbad und andere öffentlichen Angebote ist. Zumal die Freien Demokraten ihre Sparbemühungen glaubwürdiger vertreten könnten, wenn sie dabei auch einmal ihre eigene Klientel in den Blick nehmen würden.

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