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Beirat rückt Inklusion in Fokus

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Der neue Kelkheimer Inklusionsbeirat mit seinem Vorsitzenden Torsten Brinkmann (rechts) nach seiner ersten Sitzung.
Der neue Kelkheimer Inklusionsbeirat mit seinem Vorsitzenden Torsten Brinkmann (rechts) nach seiner ersten Sitzung. Stadt © Stadt

13 hochmotivierte Mitglieder haben die Arbeit aufgenommen

Kelkheim - Torsten Brinkmann ist Geschäftsführer der Computerfirma Octasys in der Möbelstadt. Das Unternehmen schafft Software-Lösungen für Unternehmen und legt dabei auch Wert auf einen barrierefreien Zugang für alle Nutzer. Ebenso hat Brinkmann in seiner Firma das Personal im Blick, indem Menschen mit Handicap gute Einstellungschancen haben und bereits bei ihm beschäftigt sind. „Ich bin in dem Thema Inklusion gut 20 Jahre unterwegs“, sagt der Kelkheimer. Auch in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt wolle er das Thema Integration am Arbeitsplatz voranbringen.

Umso mehr hat sich Brinkmann jetzt gefreut, dass es in seiner Heimatstadt ebenfalls einen großen Schritt vorangegangen ist. Bereits Ende 2019 hatten UKW und SPD beantragt, der Magistrat solle unter Beteiligung von Vertretern der Behindertenhilfe, der Sozialverbände, der Selbsthilfegruppen, der ehemaligen Mitglieder der „AG für behindertenfreundliches Kelkheim“ und ähnlicher Institutionen ein Konzept für einen „Kommunalen Beirat für Inklusion“ entwickeln. Und dieses Gremium hat nun mit der konstituierenden Sitzung seine Arbeit aufgenommen. Brinkmann ist der Vorsitzende. Er habe sich „auf jeden Fall“ sehr gefreut, dass die Stadt den Inklusionsbeirat installiert hat. Es hätten viele „lange darauf gewartet, bis etwas passiert“.

Auch Bürgermeister Albrecht Kündiger ist von der Initiative der Kelkheimer angetan. „Toll, dass sich so viele engagierter Menschen gefunden haben“, lobt der Rathauschef. „Ich habe den Eindruck, dass sie hochmotiviert sind, um für Kelkheim und die Barrierefreiheit etwas zu tun.“ Beim ersten Treffen ging es um das Kennenlernen. Der Beirat besteht aus 13 Mitgliedern: Neben Brinkmann, Marianne Csak, Annemie Denzer-Schulz, Iris Heeter, Verena Jahn, Heidrun Jung, Kirsten Kircher, Walter Kunze, Lino Schleppers, Patricia Reck, Susanne Röttges Tatjana Schroeder, Cornelia Walter. Es sind Menschen mit Handicap darunter, familiär Betroffene und Vertreter von Organisationen wie dem VdK und der „Lebenshilfe“.

„Den Gedanken in die Gesellschaft tragen“

Sie wurden für die Dauer der Kommunalwahlperiode vom Magistrat auf Vorschlag der Gruppen sowie nach einem öffentlichen Bewerbungsverfahren berufen. Vorsitzender und Stellvertreter dürfen an den Sitzungen der Stadtverordneten und der Ausschüsse mit beratender Stimme teilnehmen. Die Treffen des Beirats sind öffentlich, sollen mindestens viermal im Jahr sein. Es gibt einen Zuschuss, etwa für einen Gebärdensprachendolmetscher sowie andere Assistenzleistungen. Laut Kündiger und Brinkmann wurden die ersten Themen schon angesprochen. Der Bürgermeister will dafür sorgen, dass der Magistrat bei den Sitzungen stets vertreten ist. Die nächste Runde soll schon im November sein. Denn Brinkmann und Co. wollen mit konkreten Vorschlägen loslegen. Wichtig sei es, „den Gedanken in die Gesellschaft zu tragen“, betont der Vorsitzende.

In Kelkheim habe sich in Sachen Inklusion schon einiges getan, findet der Kümmerer. Zum Beispiel Leitsysteme in den meisten neuen Gehwegen an Kreuzungen, die blinden Menschen einen Übergang erleichtern. „Da passiert schon was. Aber oft hat man es nicht auf der Agenda“, weiß er. „Das muss mehr sichtbar werden.“ Schon beim ersten Treffen sei in der Diskussion mit den Betroffenen deutlich geworden, dass noch einiges passieren müsse. Auch mit Blick auf Schule, Praktikum und Beruf. Zunächst könnten kleinere Dinge angestoßen werden - wie Geräte auf den Spielplätzen, die von allen Kindern genutzt werden. Oder noch mehr Angebote in den Vereinen. Brinkmann: „Wir wollen den Magistrat unterstützen mit Ideen. Zusammen kann man bestimmt viel erreichen.“

Er ist wie das Team voller Tatendrang. Vermutlich kommt bereits das Thema „Special Olympics“ auf die Tagesordnung. Es ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung. 2023 ist Berlin der Gastgeber.

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