Der Bagger wird am Ende das Fundament des durch einen Brand zerstörten Atzelbergturms entfernen.

Kelkheim

Der Atzelbergturm in Kelkheim wird abgerissen

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Nach zwei Bränden soll Stahl die zerstörte Holzkonstruktion des Aussichtsturms ersetzen.

Noch überragt der Atzelbergturm oberhalb des Kelkheimer Stadtteils Eppenhain die Baumwipfel des Taunus um ein paar Meter. Doch am heutigen Dienstag beginnen die Abbrucharbeiten der hölzernen Konstruktion, von der verkohlte Balken in den Himmel ragen. Die Baustelle mitten im Wald ist schon eingerichtet. Ein Bagger steht bereit, um am Ende das Fundament des Aussichtsturms zu entfernen. Davor werde die 31 Meter hohe Holzkonstruktion von einem Hubsteiger aus mit der Motorsäge Stück für Stück „heruntergeschnitten“, sagte Arnold Kampa der FR. Er ist Polier der von der Stadt beauftragten Baufirma und überwacht die Abbrucharbeiten. Bis Ende der Woche sollen sie dauern. Dann ist der hölzerne Atzelbergturm, den die Stadt Kelkheim 1980 hatte errichten lassen, Geschichte.

Zwei Mal hat der Atzelbergturm in den vergangenen elf Jahren gebrannt. 2017 richtete das Feuer einen Schaden von rund 200 000 Euro an. Die Aussichtsplattform, von der aus man bis zur Frankfurter Skyline und über die Taunusgipfel blicken kann, sowie ein Teil der Treppe wurden beschädigt. Beim ersten Brand im Sommer 2008 war der Turm zur Hälfte niedergebrannt. Brandstifter hatten damals auf mehreren Ebenen der Holzkonstruktion Feuer gelegt.

In beiden Fällen war der Atzelbergtum versichert. Nach dem ersten Brand wurde er nach langen Diskussionen für 350 000 Euro erneut aus Holz aufgebaut. Jetzt soll nach dem Abriss eine Stahlkonstruktion errichtet werden, die sich den Luisenturm zum Vorbild nimmt. Der bei Ausflüglern aus der ganzen Region beliebte Aussichtsturm aus Stahlfachwerk stand von 1913 bis 1976 auf dem Atzelberg, bis er wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste.

„Nach dem Brand im Sommer 2017 ist die Holzkonstruktion stark beschädigt, und es besteht immer das Risiko, dass nach einem Wiederaufbau erneut ein Feuer ausbricht“, sagte Martin Stephan, der Leiter der Abteilung Hochbau im Kelkheimer Rathaus, der FR. Deshalb hätten sich die Kelkheimer Stadtverordneten für einen neuen Aussichtsturm aus Stahl entschieden. Noch ist kein Auftrag erteilt worden. Und es steht auch nicht fest, wie viel der neue Turm kosten wird. Im kommenden Herbst sollen die Pläne für den Wiederaufbau vorgestellt werden.

In den nächsten Tagen ist die schmale Forststraße, die von Eppenhain aus zum Atzelbergturm führt, für den Verkehr gesperrt. Nur Baufahrzeuge dürfen sie benutzen. Der Grillplatz direkt am Turm ist geöffnet. Im Zuge der Abrissarbeiten könne es jedoch zu staub- und Lärmbelästigung kommen, teilte die Stadt mit.

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