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Michael Plackties und Philippa Biehal produzieren Hundekekse in der Lehrküche.
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Michael Plackties und Philippa Biehal produzieren Hundekekse in der Lehrküche.

Hattersheim

Kekse für den Hund

Michael Plackties produziert vier Gebäcksorten in der Evim-Tagesförderstätte - eigens entwickelt für Vierbeiner.

Von Steffen Boberg

Hund Melo freut sich, das verrät sein wedelnder Schwanz. Er schnüffelt an der Hand von Alexander Plackties. Der Heilerziehungspfleger lässt den Rüden nicht lange betteln und füttert den Border-Collie-Mischling mit einem Apfelbäckchen. Melo verschlingt den Keks und schnüffelt: Auch die kleinen Krümel im Rasen der Evim-Werkstatt für behinderte Menschen in der Schlocker-Stiftung frisst er.

Plackties grinst hinter seinem dunklen Vollbart. Er hat vier Sorten Hundekekse, zu denen das Apfelbäckchen gehört, entwickelt. Mit behinderten Menschen, die in der Schlockerstiftung arbeiten, backt und verpackt er die Kekse in der Tagesförderstätte. Schon nach wenigen Monaten ist das Gebäck mit dem Label „Dem Hund sein Keks“ ein Erfolg.

Nach langer Vorlaufzeit werden die Kekse, die ursprünglich nur ein Versuch waren, als marktreifes Produkt in Bäckerei und Gärtnerei der Schlocker-Stiftung verkauft. Eine Tüte á 225 Gramm kostet 3,50 Euro. Der Preis liege unter dem Marktdurchschnitt, sagt Entwickler Plackties; vergleichbare Produkte im Handel seien doppelt so teuer.

Die Kekse sind auch ein geprüftes Produkt. „Wir haben uns dafür als Futtermittelhersteller anerkennen lassen“, erklärt Renate Pfautsch, Geschäftsführerin der Behindertenhilfe Evim. Rezepte und Zutaten wurden vom SGS Institut Fresenius labortechnisch überprüft und zertifiziert.

Behinderte helfen mit

An einem Tag in der Woche ruft Plackties zum Backen der Apfelbäckchen, Möhrenleckerchen, Minzdrops und Dinkelstangen in die Küche. Dann geht er drei behinderten Menschen zur Hand, die noch nicht in der regulären Werkstatt der Schlockerstiftung arbeiten können. Wer was bei der Keksherstellung macht, wird an die Stärken jedes Gruppenmitglieds angepasst. Für alle gilt: Handschuhe, Haarnetz, Gummihandschuhe und Kittel sind Pflicht. Günther Kropp und Philippa Biehal stört das nicht. Stets bedächtig, aber sorgfältig kümmern sich die beiden um die Verpackung der Backwaren.

Die Hundekekse seien aus der Frage entstanden, wie man Menschen mit Beeinträchtigungen fördern könne, erklärt Pfautsch. Schnell sei eine positive Wechselwirkung entstanden, weil behinderte Menschen eine hohe Affinität zu Tieren hätten. Für Werkstattleiter Peter Griebel gibt es einen doppelten Nutzen: „Unser Ziel ist es, den Menschen in der Tagesförderung eine Struktur zu bieten. Die Arbeit ist ein Mittel zum Zweck, weil die Menschen in kleinen Schritten in Prozesse eingebunden werden.“

Geschmacksverstärker, Salz, Konservierungsstoffe oder Zucker verwende er nicht für den Teig, sagt Plackties. Die Zutaten seien ganz normale Lebensmittel aus dem Einzelhandel. Von einem herkömmlichen Keks unterscheide sich die Variante für den Hund vor allem in der Konsistenz. Der Keks werde sehr hart gebacken, damit er keine Feuchtigkeit beinhalte und länger haltbar bleibe, verrät der Heilerziehungspfleger aus Cottbus.

Die braunen Recyclingtüten mit dem Logo wurden eigens für die Marke „Dem Hund sein Keks“ entworfen. Bis zu 20 davon gehen pro Woche in den Verkauf. Bei Bedarf kann in der Tagesförderstätte auch mehr produziert werden. „Wir haben schon Kontakt zu Tierhandlungen aufgenommen“, sagt Werkstattleiter Griebel. Auch den Verkauf im Internet könnte er sich vorstellen.

Zwischenzeitlich ist auch Evim-Geschäftsführerin Pfautsch auf den Geschmack gekommen. Sie hat die Hundekekse selbst probiert – und kann kaum die Finger davon lassen: „Die Kekse sind zwar nur wenig gewürzt und hart gebacken, aber sie schmecken hervorragend“, schwärmt sie.

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