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Schinderhannes im Taunus

Kein Robin Hood

Die Spur des Räuberhauptmanns Schinderhannes führt auch in den Taunus. Der Kelkheimer Marc Scheibe präsentiert neue Forschungsergebnisse.

Der Schinderhannes war kein charismatischer Freiheitskämpfer und Frauenschwarm, als der er landläufig gilt, sondern einer der brutalsten Schwerverbrecher des 18. Jahrhunderts. Und nach neuesten Erkenntnissen trieb er nicht nur im Hunsrück sein Unwesen, sondern auch an vielen Stellen im Main-Taunus-Kreis.

Der Altenhainer Geschichtsverein lädt für kommenden Donnerstag, 1. Oktober, zu einem Vortrag ein, bei dem erstmals die neuesten Forschungsergebnisse der Universität Mainz vorgestellt werden. So brachte der Räuberhauptmann Johannes Brückler, genannt Schinderhannes, beispielsweise aus Hofheim eine Geliebte mit, die "lange Cathrine", wie Marc Scheibe vom Institut für Strafrecht und Strafrechtsgeschichte der Uni Mainz zeigen wird. Schinderhannes ließ das Mädchen jedoch schwanger zurück und lernte bald seine später bekannt gewordene Partnerin, Julchen Blasius, kennen.

Scheibe wertete in seiner Feldstudie aber nicht nur die heimischen Archive aus, sondern unternahm auch Studienreisen nach Wien, Paris, die USA und Brasilien, um dort in Archiven zu stöbern und sich über die Mythen zu informieren. Denn zu Schinderhannes Lebzeit wanderten Tausende Hessen in die Neue Welt aus und erhielten dort Berichte über ihn am Leben. Überrascht stellte Scheibe fest, dass der Räuber in Brasilien nicht als eine Art Robin Hood gilt, sondern als Tierquäler und Schwerverbrecher. Besonders spannend sind laut Wolfgang Wawrzyniak vom Geschichtsverein aber nicht nur die alten Straftaten und die Liebschaften des Räubers, sondern auch die Berichte des Geheimagenten Keil, der ihm in der Region auf der Spur war. Bis heute kann man dem Schinderhannes laut Scheibe 129 Verbrechen nachweisen, darunter 40 Viehdiebstähle und mindestens einen Mord.

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