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Kein Pranger für Männer in Kitas

Eschborn Erster Stadtrat Mathias Geiger will Erzieher nicht diskriminieren

Einer Ihrer Erzieher sitzt wegen des Verdachtes auf Kindesmissbrauch in Untersuchungshaft. Wie reagieren Sie als Dienstherr darauf?

Wir sprechen über den Alptraum eines jeden Betreibers einer Kindertagesstätte.

Wie häufig bewerben sich Männer auf Erzieherstellen in städtischen Kitas?

Zu selten. Bei den Bewerbungen machen sie nur etwa fünf Prozent aus. Als kommunaler Träger halten wir es für unbedingt erforderlich, dass auch Männer als Betreuer tätig sind. Das ist in der heutigen Zeit besonders für Kinder von alleinerziehenden Müttern wichtig. Wir haben in allen unseren Einrichtungen männliche Erzieher, die hervorragende Arbeit leisten. Diese müssen wir vor Vorverurteilungen schützen.

Gibt es außer einem polizeilichen Führungszeugnis besondere Prüfkriterien, nach denen Männer ausgewählt werden?

Männer und Frauen unterschreiben eine Selbstverpflichtung, dass nicht gegen sie ermittelt wird.

Erwägen Sie, jetzt andere Kriterien einzuführen?

Ich wüsste nicht welche. Wir wollen keine Black List wie in den USA einführen und anprangern.

Die Polizei hatte bereits 2006 einen Rechner in der Wohnung des Verdächtigen beschlagnahmt. Bis zur Auswertung der Daten vergingen zwei Jahre. Wie beurteilen Sie diesen Zeitraum?

Das ist eine verhältnismäßig lange Zeit. Die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden kann ich nicht beurteilen. Aber die haben eine ganze Menge um die Ohren.

Werden drei bis sechs Jahre alte Kinder in kommunalen Kitas vor möglichen Übergriffen gewarnt?

Nicht präventiv. Wir greifen natürlich pädagogisch ein, wenn es Auffälligkeiten gibt.

Gibt es andere Formen der Vorbeugung?

Das ist Sache des Elternhauses. Dreijährige sind zu jung, um über Kindesmissbrauch zu diskutieren.

Kinderpornografische Schriften werden über Datenträger verbreitet. Gibt es ein Controlling für Computer-Arbeitsplätze?

In den Kindertagesstätten ist der Benutzerkreis eingeschränkt. Dort kommen in der Regel nur die Leiterinnen und Stellvertreter an die Rechner. Im diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit also sehr gering, dass der wegen Missbrauchs verdächtigte Mitarbeiter den Dienstcomputer benutzt hat.

Können Sie das ausschließen?

Das kann man nie.

Interview: Annette Friauf

Bericht Seite R 1

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