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Kein Geld von der Stadt

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Von: Andrea Rost

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Wie es mit dem Hochheimer Hof weitergeht, ist ungewiss.
Wie es mit dem Hochheimer Hof weitergeht, ist ungewiss. © Oeser

Die SPD schlägt vor, den Hochheimer Hof zu kaufen. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble steht vor der Zwangsversteigerung. Doch eine Mehrheit für diesen SPD-Vorstoß ist nicht in Sicht

Die endgültige Entscheidung fällt morgen Abend im Parlament. Dann werden die Stadtverordneten über den Antrag der SPD beraten, die Stadt möge den Hochheimer Hof, der am 6. Oktober zwangsversteigert werden soll, wieder kaufen. Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau machten die Vorsitzenden von CDU, Freien Wählern und Grünen aber bereits gestern deutlich, was sie von dem Vorschlag halten: Für sie kommt ein Kauf des denkmalgeschützten Gebäudeensembles in der Mainzer Straße mit Geld aus der Stadtkasse nicht infrage.

„Die Stadt sollte sich damit nicht belasten. Wir haben schlicht und einfach nicht das Geld dazu“, sagte CDU-Fraktionschef Adam Bösz der FR. Er ist optimistisch: „Es wird sich eine private Lösung finden.“ Wichtig sei aus Sicht der CDU, dass die gastronomische und kulturelle Nutzung erhalten bleibe. „Wenn ein Investor auch andere Dinge möchte, werden wir zuhören und dann entscheiden.“

Die Vorsitzende des Koalitionspartners Freie Wähler, Claudia Weltin, sieht das ähnlich. Auch sie gibt dem Ansinnen keine Chance, den Hochheimer Hof, den die Stadt vor fünf Jahren an das Gastronomen-Paar Friedhelm Vogt und Brigitte Weiss verkaufte, wieder zurückzukaufen. Er habe den SPD-Antrag für einen „Aprilscherz“ gehalten, kommentiert Grünen-Chef Andreas Kammerbauer den Vorstoß der Sozialdemokraten. „Die negativen Auswirkungen, von denen die SPD spricht, sind aus meiner Sicht nicht real.“ Marcus Hesse sieht das anders. Es sei für die Stadt Hochheim „Chance und Pflicht“, sich um das zentrale Grundstück der historischen Altstadt zu kümmern, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende der FR. Wenn das Areal bei der Zwangsversteigerung in fremde Hände komme, bestehe die Gefahr, dass das Gebäude nicht öffentlich genutzt werden könne und damit auch für Vereine und Stadtparlament nicht mehr zur Verfügung stehe.

Bürgermeisterin Angelika Munck (FWG) will die Hoffnung nicht aufgeben, dass die von der Frankfurter Volksbank betriebene Zwangsversteigerung des Hochheimer Hofes noch abgewendet werden kann. So oder so setzt sie darauf, dass der Gastronomiebetrieb erhalten bleibt; umso mehr, als eine neue Betreibergesellschaft, die Alexander Weiss führt, einen Pachtvertrag für fünf Jahre abgeschlossen hat und schwarze Zahlen schreibt.

Dass sich an der Nutzung der Räume mittelfristig etwas ändern könne, will die Verwaltungschefin nicht ausschließen. Schließlich könne die Stadt den Eigentümern – ob sie Friedhelm Vogt und Brigitte Weiss heißen oder anders – nicht vorschreiben, wie sie das Gebäude nutzen. Laut Munck ist das Gelände, auf dem der Hochheimer Hof steht, Mischgebiet, damit sind grundsätzlich Wohnen und Gewerbe, das die Nutzung als Wohnraum nicht beeinträchtigt, zulässig. Bauliche Veränderungen sind allerdings kaum möglich. Sämtliche Gebäude stehen als Einzeldenkmäler unter Denkmalschutz.

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