1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis

„Kein Anti-Geiger-Wahlkampf“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andrea Rost

Kommentare

Frederic Schneider, Karlheinz Gritsch und  Wolfram Schuster (v. l.) mit Wahlplakat.
Frederic Schneider, Karlheinz Gritsch und Wolfram Schuster (v. l.) mit Wahlplakat. © Michael Schick

Die CDU setzt für die Kommunalwahl auf Verlässlichkeit und eigene Themen. Keines der Streitthemen der Vergangenheit wolle man ansprechen. Auch werde kein Anti-Geiger-Wahlkampf geführt.

Die Eschborner Christdemokraten wollen nach der Kommunalwahl stärkste Kraft im Parlament bleiben und auch bei den Stimmen zulegen. 38,4 Prozent bekamen sie 2011. „Wir sehen durchaus eine Chance, das zu steigern“, sagten Fraktionsvorsitzender Wolfram Schuster und Parteichef Karlheinz Gritsch gestern vor der Presse.

Wohl hätten die Skandale der letzten Jahre – von der Briefkasten-Affäre, in die einige CDU-Politiker verwickelt waren, über den angeblichen Sexskandal rund um Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) bis zur Daten-Kopier-Aktion des Verwaltungschefs viel Staub in Eschborn aufgewirbelt. Politikverdrossenheit in der Bevölkerung könne er aber nicht feststellen, sagte Karlheinz Gritsch. Auch gebe es keine explizite Stimmung gegen die CDU, ist Wolfram Schuster überzeugt. Und das, obwohl die Christdemokraten Hauptleidtragende der diversen Polit-Querelen gewesen seien. „Frei nach dem Motto: Wenn man nur oft genug mit Dreck schmeißt, wird schon was hängen bleiben.“

Im Kommunalwahlkampf will die CDU keines dieser Streitthemen der Vergangenheit ansprechen. Auch werde kein Anti-Geiger-Wahlkampf geführt. „Mathias Geiger ist als Eschborner Bürgermeister bis 2021 gewählt. Wir werden mit ihm zusammenarbeiten, alles weitere wird sich ergeben“, sagte Schuster und spielte damit auf die Anklage an, die die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen Geiger wegen Geheimnisverrats in Zusammmenhang mit der CD-Affäre erhoben hat. Er stehe überdies zur Rücktrittsforderung, die die CDU Anfang des Jahres an Geiger adressiert hat. „Daran hat sich nichts geändert.“

Hauptamtlicher muss sein

Ihr Wahlprogramm für den 6. März haben die Christdemokraten in sieben Punkten zusammengefasst. Ganz oben steht die Wirtschaftskraft Eschborns, „die die Stadt uns zu verdanken hat“, wie Schuster sagte. Wohlstand und Schuldenfreiheit gelte es zu erhalten.

Da mit der Erweiterung des Wiesenbades, dem Neubau der Zwei-Feld-Sporthalle an der Heinrich-von-Kleist-Schule, dem Ausbau der Südwest-Schule und der Schaffung der neuen Sozialen Mitte schon viele Projekte auf der Agenda stehen, nennt die CDU in ihrem Programm keine neuen Vorhaben. Sie plädiert für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, unterstützt den Bau der RTW-Trasse, will weiterhin kostenfreie Kindergartenplätze und ist dafür, „die Zuwanderung nach Deutschland sinnvoll zu begrenzen“. Als verlässlicher Partner der Bürger wolle sich die CDU im Wahlkampf präsentieren, kündigten Schuster und Gritsch an. Eine Koalitionsaussage wollten beide gestern nicht treffen. Man arbeite sehr harmonisch mit den Grünen zusammen,. „Aber am 6. März werden die Karten neu gemischt, danach muss man das Ergebnis interpretieren und sehen, was möglich ist.“ Weil dieses Mal acht Gruppierungen zur Kommunalwahl in Eschborn antreten, könnten sich die Kräfteverhältnisse auch verschieben.

Mit wem auch immer die Christdemokraten künftig im Parlament zusammenarbeiten, eines steht für Schuster und Gritsch fest: „Als stärkste Fraktion brauchen wir wieder einen hauptamtlichen Vertreter im Magistrat.“ Ob dafür ein weiterer Stadtratsposten geschaffen werden soll, oder ob die CDU darauf hofft, dass Mathis Geiger aus dem Amt scheidet und Bürgermeisterneuwahlen stattfinden, ließen die beiden CDU-Politiker offen.

Auch interessant

Kommentare