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Kaum Kritik am Wäldchestag 2.0

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Von: Andrea Rost

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Auch Kinder sollen wieder ihren Spaß am Wäldchestag in der Kreisstadt haben.
Auch Kinder sollen wieder ihren Spaß am Wäldchestag in der Kreisstadt haben. © michael schick photo

Zum ersten Mal in der Geschichte des Hofheimer Wäldchestag findet das Traditionsfest am Samstag nach Pfingsten statt. Die Kritik am neuen Termin hält sich in Grenzen. Nur die Marxheimer Kerbeborsch sind nicht glücklich darüber.

Es sei eine „relativ brutale Geschichte“, den Hofheimer Wäldchestag vom Dienstag nach Pfingsten auf den darauffolgenden Samstag zu verlegen, räumt der Vorsitzende des Gewerbevereins Industrie, Handel, Handwerk (IHH), Bernd Wischert ein. „Aber wir hatten keine andere Wahl.“ Vereine hätten kaum noch Mitglieder für den Standdienst an einem Wochentag gewinnen können; aus Angst vor dem Kater am nächsten Morgen seien immer mehr Besucher früh heimgegangen.

Der Wäldchestag, der früher ein inoffizieller Feiertag in der Region war, an dem man nachmittags freibekam, um sich mit Freunden zu treffen, sei so gut wie abgeschafft. „Wenn dann noch das Wetter nicht hundertprozentig mitspielt, ist die Veranstaltung tot.“

2013 sei der IHH, der einen niedrigen fünfstelligen Euro-Betrag für den Wäldchestag ausgibt in der Hoffnung, das Geld über die Standgebühren wieder hereinzuholen, noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen, berichtete Wischert gestern vor der Presse. Für dieses Jahr wollten er und seine Mitstreiter das finanzielle Risiko aber nicht mehr eingehen; umso mehr als bereits zahlreiche Vereine angekündigt hatten, beim Wäldchestag nicht mehr mitzumachen.

„Wir hätten erhebliche Probleme gehabt, am Dienstag alle Plätze zu füllen,“ bestätigte Markus Buch. Deshalb zog der Verein Anfang des Jahres die Notbremse und beschloss kurzfristig den Hofheimer Wäldchestag auf den Samstag nach Pfingsten, den 14. Juni, zu verlegen.

Rund 20 Vereine werden beim Wäldchestag 2.0 mitmachen, dazu Anwohner und Gastronomiebetriebe. Engagiert haben die Organisatoren auch 20 Musikgruppen, die auf dem Platz am Untertor, am Tivertonplatz, dem Bornplatz und auf dem Ludwig Meidner Platz spielen werden. Es gibt ein Kinderprogramm und teilweise längere Öffnungszeiten in den Geschäften. Gefeiert wird von 12 bis 24 Uhr.

Kritik an der Verlegung des Hofheimer Wäldchestag haben vor allem die Marxheimer Kerbeborsch geübt, die traditionell ihre Kerb am Wochenende nach Pfingsten ausrichten. Ein kleiner Aufkleber auf einem großen Plakat des IHH weist aktuell an der Alten Bleiche darauf hin.

Marxheim feiert parallel Kerb

Die emotionalen Wogen schlugen erst gewaltig hoch, zwischenzeitlich haben sich die Kerbeborsch aber mit der Konkurrenz arrangiert, kündigen im Internet selbstbewusst ihre „Maxemer World Kerb“ von 13. bis 16. Juni mit Public Viewing von der Fußball-WM an. Die Veranstaltung im Stadtteil werde nicht leiden, ist Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU)) überzeugt. Die Kerb in Marxheim habe durch die öffentliche Diskussion eher Rückenwind bekommen.

Alles in allem habe sich die Kritik am neuen Termin des Wäldchestages in Grenzen gehalten, bilanziert Markus Buch. Nur vereinzelt habe es heftige Reaktionen von Besuchern oder Geschäftsleuten gegeben.

In dieser Hinsicht wiederholt sich offenbar die Geschichte. Denn als der Hofheimer Wäldchestag vor beinahe 40 Jahren aus dem Wäldchen am Meistertum in die Stadt verlegt wurde, war das vielen Hofheimern ganz und gar nicht recht. Dennoch habe sich ein überregional bedeutsames Fest mit eigener Tradition daraus entwickelt, stellt Bernd Wischert fest. „Leider zuletzt mit immer mehr Gegenwind.“

Für alle die trotz allem am Dienstag nach Pfingsten Wäldchestag feiern möchten, öffnet am 10. Juni die Waldgaststätte Meisterturm ihre Türen. Ab 17 Uhr machen dort die Hessentaler Musik. Das Motto des Festes im Wäldchen lautet: „Dud die IHH nix mache, lässt der Meisterturm es krache.“

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