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Kampf ums Rathaus

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Von: Torsten Weigelt

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Was mit dem Rathaus passiert, darüber können die Bürger vielleicht bald abstimmen.
Was mit dem Rathaus passiert, darüber können die Bürger vielleicht bald abstimmen. © Michael Schick

Die Initiative "Kein Rathausabriss" beginnt mit ihrem Bürgerbegehren. Die Stadt reagiert darauf und lädt zu einem „Bürgerdialog“.

Die Initiative "Kein Rathausabriss" beginnt mit ihrem Bürgerbegehren. Die Stadt reagiert darauf und lädt zu einem „Bürgerdialog“.

Politische Parallelaktion in Eschborn: Während in einem Kellerraum die BI „Kein Rathausabriss“ ihr Bürgerbegehren präsentiert, hat gleichzeitig Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) im Großen Saal der Stadthalle zum „Bürgerdialog“ geladen.

Und auch das Thema der beiden Veranstaltungen ist identisch: der geplante Abriss und Neubau von Rathaus und Stadthalle.

Ein Zufall ist das nicht. Und das gibt Bürgermeister Speckhardt am Montagabend auch offen zu: „Wir haben so kurzfristig eingeladen, weil die Bürgerinitiative schon Unterschriften sammelt“, erklärt der Rathauschef den rund 100 Anwesenden. „Nicht Emotionen und Halbwahrheiten“ sollten die Diskussion über das neue Rathaus bestimmen, sondern sachliche Information.

Zwei Stockwerke tiefer freuen sich die Initiatoren des Bürgerbegehrens diebisch über ihren Coup. „Der Bürgermeister muss viel Angst vor uns haben“, kommentiert BI-Sprecher Helmut Bauch den hastigen Start des zweiten Eschborner „Bürgerdialogs“ – nachdem der erste zum Thema „Alte Mühle“ gerade einmal vor einer Woche begonnen hat.

Wenn die Stadtspitze tatsächlich an der Meinung der Bürger interessiert sei, dann sei doch ein Bürgerentscheid genau das richtige Mittel, findet Bauch, der wie die meisten anderen BI-Mitglieder den Freien Wähler angehört. Er wirft der politischen Mehrheit in Parlament und Magistrat vor, „Nebelkerzen“ zu werfen. „Seit Wochen wird nur über den Neubau der Stadthalle gesprochen – dabei wird der von allen getragen.“ Der „Bürgerdialog“ ist für ihn „pure Augenwischerei“.

Von Dialog ist dabei zunächst tatsächlich nicht viel zu spüren. Über eine Stunde reden der Bürgermeister, Bauamtsleiter Markus Henrich, zwei Internetexperten und Moderatorin Sabine Dalianis. Dann erst dürfen die ersten Bürger ans Mikrofon treten. Ergebnis ist immerhin ein munteres Frage- und-Antwort-Spiel über Tiefgaragenplätze und Energieverbrauch. Wer will, kann seine Meinung und Anregungen ab sofort auch im Internet loswerden (www.eschborn.de). Und es soll demnächst öffentliche Rundgänge durch die beiden Gebäude geben.

Die BI will derweil fleißig Unterschriften sammeln – mittwochs und samstags an Ständen vor dem Rathaus. „Bis Ende Oktober haben wir mindestens 2000“, ist sich Helmut Bauch sicher.

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