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Kampf gegen Krebs

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Von: Andrea Rost

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Main-Taunus Kliniken als Pankreaskarzinom-Zentrum zertifiziert / Experten im Netzwerk

Die Symptome sind unspezifisch: Bauch- und Rückenschmerzen, Gewichtsverlust, Gelbsucht. „Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft erst erkannt, wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist“, sagt Professor Clemens Jaeger, der die Klinik II für Gastroenterologie an den Main-Taunus-Kliniken leitet. Dabei könnte auch das Pankreaskarzinom, das zu den aggressivsten bösartigen Tumoren zählt, erfolgreich behandelt werden, wenn die Diagnose rechtzeitig kommt und die Patienten beizeiten operiert werden. „Dafür braucht es ausgewiesene Experten und eine gute Vernetzung der einzelnen Fachabteilungen“, sagt Jaeger.

Die Main-Taunus-Kliniken können beides vorweisen und sind deshalb gestern als Pankreaskarzinom-Zentrum von der Deutschen Krebsgesellschaft ausgezeichnet worden.

Nach den Universitätskliniken Frankfurt und Kassel besitzt das Krankenhaus Bad Soden damit als dritte Klinik in Hessen ein interdisziplinäres Zentrum zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Deutschlandweit gibt es zurzeit 26 Pankreaskarzinom-Zentren. Zentrale Behandlungspartner in Bad Soden sind die Medizinische Klinik II für Gastroenterologie und die Klinik für Allgemein-. Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie unter der Leitung von Privatdozent Matthias Seelig, die alle modernen Operationsverfahren der sehr komplizierten und aufwendigen Pankreaschirurgie anbietet. Weil sie viel Erfahrung haben, können die Sodener Chirurgen auch dann noch operieren, wenn die Ärzte in anderen Krankenhäusern den Patienten bereits aufgegeben haben.

Konnte der Tumor nicht komplett entfernt werden, kümmern sich im Anschluss an die Operation Onkologen und Radiologen um die Krebspatienten. In Studien wird zurzeit untersucht, ob Bestrahlung und Chemotherapie vor oder nach der Operation die Wahrscheinlichkeit eines Krankheitsrückfalles senken kann.

Teamarbeit mit Psychologin

61 Patienten mit einem Tumor der Bauchspeicheldrüse wurden im vergangenen Jahr im Krankenhaus Bad Soden behandelt. Viele davon haben sich Rat bei Christiane Demmerle geholt. Die Diplompsychologin arbeitet als Psychonokologin in den Main-Taunus-kliniken und gehört zum interdisziplinären Team des Pankreaskarzinom-Zentrums. Gut die Hälfte aller Patienten, die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs erhielten, litten anschließend unter Depressionen, Panikattacken oder Schlafstörungen, weiß Demmerle. „Wir bieten ambulante Gespräche und Patientenseminare an, um hier zu helfen.“

Das Institut OnkoZert hat die Zertifizierung durchgeführt. Mehrere Tage verbrachten Auditor Markus Zoller und sein Kollege in der Klinik, durchleuchteten die medizinische Arbeit anhand von Kennzahlen und wissenschaftlichen Daten. Eine Vielzahl an Qualitätskriterien habe erfüllt werden müssen, ehe die Zertifizierung verliehen wurde, sagte Zoller. Vor vier Jahren nahmem die Kreiskliniken bereits die erste Hürde. Seit damals ist das Sodener Krankenhaus als Darmkrebszentrum zertifiziert.

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