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Die Jugend findet Schwalbach öde

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Das städtische Jugendamt will eine Internetplattform mit Angeboten für Jugendliche aufbauen. Für die Entwicklung und die Betreuung sucht die Stadt Schwalbach noch interessierte Teenager.

Von Claudia Horkheimer

Jugendliche in Schwalbach langweilen sich, denn es gibt nur ein "mangelndes Ausgeh- und Unterhaltungsangebot", wie sie sagen. Nach Meinung junger Leute ist Schwalbach deshalb eher eine "Schlafstadt".

Laut Rathaus gibt es hingegen "in Schwalbach ein breites Angebot an Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche". Das sind zwei kontroverse Sichtweisen, die sich so leicht nicht vereinbaren lassen. Um einen ersten Schritt zur Verständigung zu machen, hatte unlängst die Deutsch-Ausländische Gemeinschaft Schwalbach (DAGS) zur Gesprächsrunde geladen.

Als "bedauerlich" werteten die Veranstalter, dass niemand von den schwarz-grünen Entscheidern im Stadtparlament anwesend war, um sich die Probleme der Jugendlichen anzuhören. Von den 60 Teilnehmern waren die Hälfte Jugendliche.

"Es war eine große Spannbreite von den Leuten vom Jugendzentrum über den Marokkanischen Kulturverein bis zur Turngemeinde Schwalbach da", sagt DAGS-Vorsitzender und Magistratsmitglied Klaus Stukenborg (UL). Als offizielle Vertreterin der Stadt war Jugendamtsleiterin Gabi Straka zugegen.

Freizeit via Internet planen

Eine der Ideen, die die DAGS aus dem Abend aufgreifen und als erstes umsetzen will, ist die Eröffnung eines Cafés oder Bistros, das ganz oben auf der Wunschliste der Teenies steht. Allerdings befindet sich die Planung noch in den Anfängen. Laut Stukenborg müssen Jugendliche und Stadt hierbei zusammenarbeiten.

Währenddessen hat die Stadt unabhängig von der Gesprächsrunde eine andere Initiative gestartet. Denn im Rathaus sieht man das Problem darin, dass es zwar ein breites Angebot von Vereinen, Jugendverbänden, Kirchengemeinden und anderen Trägern gebe, dieses aber bisher "mühsam bei den Anbietern recherchiert werden müsse."

Eine Internetplattform soll die Lösung sein. Das städtische Jugendamt will in Zusammenarbeit mit dem Jugendbildungswerk des Main-Taunus-Kreises bis Jahresende eine Internetplattform mit Angeboten für Jugendliche aufbauen. Für die Entwicklung und die spätere Betreuung werden jetzt interessierte Jugendliche gesucht.

Angebot abseits von Vereinen

Für Stukenborg ist indes fraglich, ob für eine solche Plattform "ein Bedarf da ist". Die Vereine würden genug leisten sowohl für Jugendliche als auch für die Integration. Was jedoch in Schwalbach fehle, sei ein Angebot für diejenigen, die nicht im Verein organisiert sein wollen. Und für diejenigen, die sich außerhalb der Öffnungszeiten des Jugendzentrums treffen wollen.

Derzeit werden vor allem die Bänke am Rathausplatz als Treffpunkt genutzt, die umliegende Gegend empfinden die Jugendlichen allerdings als "öde und spaßfrei". Laut Stukenborg haben die Jugendlichen oft das Gefühl, von Passanten schief angeguckt zu werden, weil sich diese von einer Gruppe junger Leute bedroht fühlten, auch wenn sie vollkommen friedfertig seien.

Zur Planung einer Internetplattform sind Interessierte für 5. November, 18 Uhr, ins Bürgerhaus eingeladen.

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