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Jazz mit und ohne Kostüm

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Er ist eine Institution für Jazzer und Fastnachter gleichermaßen. Seit 30 Jahren kommen Besucher von überallher zum "Zulu's Ball" nach Schwalbach. Von Jöran Harders

Von JÖRAN HARDERS

Nach dem Ball ist vor dem Ball. Zumindest für Winfried Pieper und Robert Herzog, die Ausrichter des "Zulu's Ball". Denn je früher die beiden Organisatoren der Schwalbacher Jazzer-Fastnacht darüber nachdenken, welche Musiker sie zu der Veranstaltung einladen wollen, die den Schwalbacher Jazzclub weit über seinen Heimatort hinaus bekannt gemacht hat, desto besser.

Vor 30 Jahren träumten die Mitglieder des noch jungen Jazzclubs vom Karneval in New Orleans und vor allem von der Musik, die beim Umzug der schwarzen Amerikaner, der Zulu-Parade, gespielt wurde. Ähnlich wie beim "Mardi Gras" sollte auch in Schwalbach gefeiert werden, wünschten sich die Jazzclub-Gründungsmitglieder. Seitdem spielen beim "Zulu's Ball" in drei Räumen jeweils zwei Big-Bands, kleinere Formationen und Pianisten im Wechsel.

Die Musik war beim "Zulu's Ball" schon immer das Wichtigste. Dieser Idee ist man beim Jazzclub bis heute treu geblieben.

Regelmäßig kommen mehr als 500 Gäste zur Jazzer-Fastnacht, und für die auftretenden Künstler ist es schon fast eine Ehre dabei sein zu dürfen. "Wir bekommen das ganze Jahr über jede Woche mindestens ein Angebot von Musikern, die sich für den Ball bewerben", erzählt Robert Herzog. Eine Auswahl werde allerdings schon recht früh getroffen. "Das Programm steht spätestens vier Monate vorher fest", so Herzog. Denn so lange planen auch die Bands im Voraus; außerdem müssen rechtzeitig Plakate gedruckt und tausend andere Kleinigkeiten erledigt werden, bevor es dann am Anfang des Jahres in die heiße Phase der Vorbereitungen geht.

Zwei bis drei Wochen vor dem "Zulu's Ball" holt Robert Herzog die Dekoration aus dem Lager und schaut nach, ob daran etwas ausgebessert werden muss. Die Wand hinter der Bühne im großen Saal verschwindet dann so früh wie möglich hinter dem großen Bild eines Mississippi-Dampfers, und auch die anderen Räume werden liebevoll herausgeputzt - eine Arbeit, die sich die rund 20 festen Jazzclub-Mitglieder teilen.

Am großen Tag selbst ist für die Organisatoren dann die meiste Arbeit getan. "Natürlich haben wir während des Balls unsere Handys eingeschaltet, um jederzeit erreichbar zu sein, wenn irgendwo etwas schiefgeht", erklärt Robert Herzog. Größere Pannen seien bisher allerdings noch nicht passiert. Wenn am Abend der Einlass für den "Zulu's Ball" beginnt, stehen die Jazzfreunde normalerweise schon Schlange, um einen guten Platz zu ergattern. Eine Verkleidung ist beim "Zulu's Ball" übrigens kein Muss. "Auch das unterscheidet unsere Jazzer-Fastnacht von anderen Veranstaltungen während der Karnevalszeit", sagt Robert Herzog.

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