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Jäger erschießen kranke Tiere

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Von: Andrea Rost

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Im Main-Taunus-Kreis grassiert die Kaninchenpest. Für Hunde, Katzen und Menschen ist das Virus ungefährlich.

Der Flörsheimer staunte nicht schlecht: Als er am Sonntag in Bad Weilbach zum Joggen war, sah er ein Kaninchen apathisch am Wegesrand sitzen. Kurze Zeit später - der Läufer hatte eine Runde gedreht und kam an der selben Stelle wieder vorbei - war das Tier verendet. Am Montagmorgen dann das selbe Schauspiel: Wieder sei ein totes Kaninchen am Wegesrand gelegen, berichtet der FR-Leser und will wissen, was es mit den verendeten Tieren auf sich hat. "Ist am Ende im Main-Taunus-Kreis die Kaninchenpest ausgebrochen?"

Kreispressesprecherin Deike Wichmann bestätigt diesen Verdacht. Das Veterinäramt habe bereits einige Tiere untersuchen lassen und festgestellt, dass sie am Myxomatose-Virus, der Kaninchenpest, erkrankt seien.

Nach vereinzelten Fällen im Frühjahr trete die Krankheit zurzeit verstärkt im Main-Taunus-Kreis auf, sagt Deike Wichmann. Üblicherweise sei nach Ausbruch der Seuche innerhalb relativ kurzer Zeit die gesamte Kaninchenpopulation von dem Virus befallen. Kaum ein Tier überlebe die Kaninchenpest. Auch für Hauskaninchen ende sie zumeist tödlich. Für andere Haustiere, Hunde und Katzen oder Menschen ist das Virus hingegen ungefährlich. Tote Tiere, die am Wegesrand liegen, müssen deshalb auch nicht gemeldet werden, sagt die Kreispressesprecherin. Man sollte sie am besten liegen lassen. Sie sind Nahrung für Füchse und andere Aasfresser.

Insekten übertragen das Virus

Übertragen wird die Kaninchenpest von Tier zu Tier oder durch Insekten. Krankheitssymptome bei den Kaninchen sind verschwollene, glasige Augen und eine triefende Nase; außerdem magern die Kaninchen innerhalb kurzer Zeit stark ab.

Um die Seuche, die zyklisch alle fünf bis sieben Jahre auftritt, einzudämmen, seien die Jäger der betroffenen Jagdreviere angehalten, möglichst viele der erkrankten Tiere zu erschießen, sagt Uwe Hofacker vom Umweltamt der Kreises. Auf diese Weise würden die Tiere überdies von ihren starken Schmerzen erlöst.

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