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1. FC Eschborn

1. FC: Insolvenzantrag eingereicht

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Der Vorstand des 1. FC Eschborn reicht einen Insolvenzantrag ein. Die Zukunft des Vereins ist augenblicklich ungewiss.

„Wir haben an allen Fronten gekämpft“, sagt Panagiotis Potiloudis. Doch am Freitag musste der Vorsitzende des 1. FC Eschborn die Waffen strecken und Insolvenzantrag beim Amtsgericht einreichen. Die finanzielle Situation des Vereins sei „zu heikel“, um dafür weiter die Verantwortung übernehmen zu können, schilderte Potiloudis gestern im Gespräch mit der FR.

Bis Ende Juni hätten die Vereins-Verantwortlichen mehr als 80 000 Euro auftreiben müssen – Folge eines früheren Insolvenzverfahrens. Der Verein hatte sich vor drei Jahren dazu verpflichtet, insgesamt 150 000 Euro in mehreren Raten an die Gläubiger zu überweisen, vor allem an Finanzamt und Sozialversicherung. Aus eigener Kraft konnte der Verein das nun aber nicht mehr stemmen. Potiloudis spricht von „grausamen Zahlen“.

Als er Anfang April die Geschicke des Vereins übernommen hatte, habe er das Ausmaß der Probleme noch nicht absehen können, beteuert der neue Vorsitzende. „Jeden Tag ist wieder etwas Neues aufgetaucht.“ Zu den Details möchte er sich nicht äußern, auch niemandem persönlich die Schuld geben. Nur so viel: „Einige haben geschludert.“

Kritik an der Politik

Potiloudis‘ Vorgänger Karl-Heinz Mette weist den Schwarzen Peter ebenfalls zurück. Er räumt ein, dass der Insolvenzplan „nicht geklappt“ hat. Nachdem mehrere Sponsoren abgesprungen seien, habe die Verein die vereinbarten Beträge nicht mehr aufbringen können. „Wir haben aber nicht mit Geld um uns geworfen“, beteuert Mette. Im Gegenteil: Im Vergleich zur Konkurrenz in der Hessenliga habe die erste Mannschaft mit den kleinsten Etat aufgewiesen – und es trotzdem auf Platz sechs geschafft.

Zudem habe sich der Verein stark sozial engagiert, etwa in der Flüchtlingsarbeit, was dem 1. FC 2014 den Schlappekickerpreis der FR eingebracht hat. Leider sei das Engagement in Eschborn selbst nicht honoriert worden, ärgert sich Mette. „Wir haben uns alleingelassen gefühlt.“ So habe das Parlament bereits vor fünf Jahren den Ausbau der Heinrich-Graf-Sportanlage beschlossen und dafür sieben Millionen Euro bereitgestellt. „Bis heute ist jedoch nichts passiert.“

Wie es nun weitergeht, ist offen. Die erste Mannschaft hat am Wochenende ihre Saison mit einem Sieg gegen Rot-Weiß Frankfurt abgeschlossen, die übrigen Teams des 1. FC könnten ebenfalls ihre Runden noch zu Ende spielen, erklärt Panagiotis Potiloudis. Die weitere Zukunft liegt nun in der Hand eines möglichen Insolvenzverwalters. Oder eines neuen Vereins, der unter dem Namen SC Eschborn 2016 bereits gegründet worden sein soll. Das sei nicht vom Vorstand des 1. FC ausgegangen, erklärt Potiloudis. Allerdings habe es Gespräche gegeben, etwa über einen Tausch der Spielgenehmigung. Möglicherweise sei das eine Chance, „der Jugend eine Basis zu geben“, hofft er. Schließlich bezieht sich der Insolvenzantrag nicht nur auf die erste Mannschaft, sondern auf den Gesamtverein.

Heute Abend will Panagiotis Potiloudis die Mitglieder bei einer Versammlung über die missliche Lage informieren. Auch er werde da sein, kündigte Karl-Heinz Mette gegenüber der FR an.

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