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Impulse für den Waldfriedhof

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Waldfriedhof in Hofheim
Waldfriedhof in Hofheim © rolf oeser

Landschaftsarchitektur-Studenten haben sich den Hofheimer Waldfriedhof angesehen und zahlreiche Mängel festgestellt. Aber sie machen auch eine Reihe von Verbesserungs-Vorschlägen.

Von Barbara Helfrich

Die Bestandsaufnahme ist ernüchternd. Die großen Nadelbäume werfen zu viel Schatten. Für die Wege gilt: ein „wilder Materialmix“ und „durchweg schlechter Zustand“. Der zentrale Abfallplatz „wirkt sehr chaotisch und wild“. Und das sind nur einige der Mängel, die den Studierenden der Landschaftsarchitektur auf dem Hofheimer Waldfriedhof aufgefallen sind.

Aufgabe der Fünftsemester an der Hochschule Rhein-Main war, Vorschläge für eine neue Freiraumplanung auf dem oberen Teil des Friedhofs zu machen. Die zwölf Entwürfe, die dabei entstanden sind, wurden jetzt in der Stadthalle vorgestellt. Die besten Arbeiten werden am 10.?Februar prämiert.

Der Fantasie und Gestaltungsfreiheit der Studierenden waren allerdings recht enge Grenzen gesetzt. Etwa ein Drittel der Grabstätten auf dem etwa 33000?Quadratmeter großen Areal sind Wahlgräber mit einer unbestimmten Ruhefrist und somit eine feste, unverrückbare Größe.

Doch auch in Hofheim geht der Trend weg von der Erdbestattung hin zu Urnen. Inzwischen werden in der Kreisstadt mehr als zwei Drittel der Verstorbenen in Urnen beigesetzt. Künftig soll es auf dem Hofheimer Waldfriedhof auch Baumbestattung wie in einem Friedwald geben, außerdem eine Grabstätte für verstorbene frühgeborene Kinder.

Sie sollten in einem mit Hecken abgeschirmten Areal beigesetzt werden, damit trauernde Eltern unter sich sind, schlagen zwei Studierende vor. Zwei anderen schwebt ein Kindergrabfeld in Form einer Sonne vor. Ein weiterer Vorschlag ist ein Fernrohr aufzustellen, um früh verstorbenen Kindern zu gedenken, die auch „Sternenkinder“ genannt werden.

Wie können auf dem Friedhof „Orte der Trauer“ gestaltet werden? Das war eine der Aufgaben die Professor Andreas Paul von der Hochschule Rhein-Main den künftigen Landschaftsarchitekten gestellt hatte.

Triste Stimmung anheben

Einen Trauerpfad, in den als „Trostpflaster“ alte Grabsteine mit Sprüchen eingelassen sind, schlugen zwei Studenten in ihrem Entwurf vor, außerdem eine Tafel, auf der Friedhofsbesucher ihre Gedanken notieren und mit anderen teilen können. Mit bunten Betonstelen „die triste Stimmung anzuheben“ ist eine anderer Idee.

Derzeit seinen die Sitzgelegenheiten auf dem Friedhof „nicht einheitlich“ und teilweise für ältere Bürger ungeeignet, merkte Professor Paul an. Er schlug vor, künftig sowohl „Sitzgruppen für den Dialog“ aufzustellen als auch Bänke, auf die sich Hinterbliebene „zur Trauerbewältigung“ zurückziehen können.

Als Problem wurde zudem ausgemacht, dass die meisten Bäume Flachwurzler sind, die den Wegen schaden. Sie könnten teilweise durch Laubbäume ersetzt werden, die zudem im Herbst eine schöne Färbung haben.

Zwei Studentinnen schlagen eine Zierkirschen-Allee entlang des Hauptwegs vor und würden außerdem Bambus und Hortensien pflanzen lassen. Andere wünschen sich der schönen Blüte wegen Pfirsichbäume.

Aus Sicht des Professors ist auch Barrierefreiheit bei der Friedhofsgestaltung wichtig. Dies sei aber in Hofheim sehr schwierig, da die Wege zu steil seien.

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