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HWB-Mieter können mitreden

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Von: Andrea Rost

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Die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) gründet freiwillig einen Mieterbeirat. Für die Wahl in den kommenden Wochen nimmt sie gut 10.000 Euro in die Hand.

Eine gesetzliche Verpflichtung, einen Mieterbeirat zu gründen, gibt es nicht. „Wir tun das absolut freiwillig“, sagte Norman Diehl, Prokurist der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) gestern bei Vorstellung des Projektes. Und es sei auch keineswegs üblich, dass eine relativ kleine Gesellschaft wie die HWB ein solches Gremium auf die Beine stelle.

Allerdings erhofft sich die Stadt als Gesellschafter auch einiges von einem Beirat, in dem engagierte Mieter sozusagen das Sprachrohr ihrer Mitbewohner sind. Der Mieterbeirat könne die HWB bei Konflikten zwischen einzelnen Bewohnern unterstützen, die Integration fördern in den Wohnblocks, in denen zwischen 30 und 45 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund leben sowie bei der Gestaltung von Grünanlagen und Kinderspielplätzen wichtige Tipps geben, sagte Diehl.

Die Mitglieder des Mieterbeirats sollten künftig aber auch frühzeitig über Umbau- und Sanierungsarbeiten und die Entwicklung der Mieten in den HWB-Wohnanlagen informiert werden. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Wege, die der Gesetzgeber in diesen Fällen vorgibt, bei weitem nicht ausreichen“, sagte Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD).

Neun Mitglieder

Gut 10.000 Euro nimmt die HWB in die Hand, um den Mieterbeirat in den nächsten Wochen wählen zu lassen. Das Wahlteam im Rathaus unterstützt die städtische Wohnungsbaugesellschaft dabei tatkräftig.

Der HWB-Mieterbeirat wird laut Diehl aus neun Mitgliedern bestehen. Gewählt wird in drei Wahlbezirken – in der Kernstadt und in Marxheim nördlich und südlich der Bahnlinie sowie in den Stadtteilen Diedenbergen, Langenhain, Lorsbach und Wallau, wo die HWB ebenfalls Wohnungen hat.

Nach einer Info-Veranstaltung in der vergangenen Woche, an der 50 Mieter teilnahmen, hätten sich bereits 24 Kandidaten für die Mieterbeiratswahl gemeldet, berichtete Diehl. Darunter seien auch Bewohner aus der Türkei, aus Eritrea, Italien und England. Für Diehl ist das ein besonders gutes Signal. Denn in den HWB-Wohnungen in Hofheim und den Stadtteilen leben Menschen aus zehn verschiedenen Ländern und Kulturkreisen zusammen. Sie sollten auch Repräsentanten im Mieterbeirat haben.

Ergebnis steht im Oktober fest

Noch bis zum 28. August nimmt die HWB Wahlvorschläge entgegen. Kandidieren kann jeder Hauptmieter einer HWB-Wohnung, der das 18. Lebensjahr vollendet hat. Mitarbeiter der Wohnungsbaugesellschaft, HWB-Aufsichtsratsmitglieder sowie Mitglieder städtischer Gremien sind nicht wählbar.

In der Zeit von 17. September bis 7. Oktober können die mehr als 1600 wahlberechtigten Hauptmieter einer HWB-Wohnung ihren Mieterbeirat für die nächsten vier Jahre dann per Briefwahl bestimmen. Das Ergebnis wird laut Diehl Ende Oktober feststehen. Vertreten werden vom Mieterbeirat die Interessen aller Bewohner der HWB-Wohnungen. Laut Norman Diehl sind das rund 3500 Menschen.

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