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Den Holocaust nicht vergessen

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Eduard Adolf Kahn und seine Frau Emma hatten Glück: 1934 gelang den beiden die Flucht aus Diedenbergen nach New York.

Eduard Adolf Kahn und seine Frau Emma hatten Glück: 1934 gelang den beiden die Flucht nach New York. Ihr Schuhgeschäft in Diedenbergen mussten die Kahns aufgeben. Wie sein Bruder Josef war Eduard Kahn im November 1933 anlässlich der "Erfassung der Juden und Freimaurer" als SPD-Anhänger an das Landratsamt gemeldet worden.

Einige Kunden hatten die Gunst der Stunde genutzt und blieben den Kahns den Kaufpreis für Schuhe schuldig, wohl wissend, dass Eduard Kahn nichts tun konnte, um sein Recht einzufordern. Das belegen Zeitzeugenberichte, die die Historikerin Anna Schmidt über die Hofheimer Juden gesammelt hat.

Seit gestern erinnern zwei in den Bürgersteig eingelassene Messingplatten vor dem Haus Casteller Straße 70 an das Schicksal des Ehepaars Kahn. Der Kölner Künstler Günter Demnig hat die beiden "Stolpersteine" verlegt und dazu zwei Dutzend weitere an Adressen in den Stadtteilen Diedenbergen und Wallau.

Längst nicht alle jüdischen Bürger, derer auf diese Weise gedacht wird, konnten sich vor dem Naziterror in Sicherheit bringen. Viele Schicksale sind ungeklärt, so etwa das von Johanna Friedberg, der Tochter des Viehhändlers Kahn aus der Marxheimer Straße 9 in Diedenbergen. Sie wurde 1942 ins Ghetto Piaski deportiert, dort verliert sich ihre Spur. Ihre Schwester Franziska Hirschmann kam 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ums Leben.

Für Mitglieder der Familien Leopold und Levi sind Stolpersteine in Wallau vor den Häusern in der Langenhainer Straße 14 und in der Bleichstraße 12 verlegt worden. Mina Leopold und Selma Levi entstammten der alteingesessenen Wallauer Familie Falk.

Mit Ehemann und Kindern mussten sie von November 1941 an im sogenannten Judenhaus in der Wiesbadener Straße 8 wohnen; Adolf Leopold starb dort 1942 unter ungeklärten Umständen, die anderen Familienmitglieder wurden verhaftet und in den Osten deportiert. Einzig Selma Levis Sohn Felix gelang 1939 die Flucht nach Skandinavien. Er hat den Holocaust überlebt.

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