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Wildparkretter bauen neuen Teich

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Die Wildparkretter und Hofheims Förster am neuen Teich, von links: Heinz Jürgen Steinle, Peter Ottlik, Leif Leonhardt, Marc und Alexandra Djakeli mit ihren Kindern Olivia und Constantin. becht
Die Wildparkretter und Hofheims Förster am neuen Teich, von links: Heinz Jürgen Steinle, Peter Ottlik, Leif Leonhardt, Marc und Alexandra Djakeli mit ihren Kindern Olivia und Constantin. becht © Becht

Weitere Attraktion am Kapellenberg hat 30 000 Euro gekostet

Hofheim - Die Natur, die Tiere vor allem, sind schnell, wenn es darum geht, sich neue Lebensräume nutzbar zu machen. Ein Reiher hat schon einmal vorbeigeschaut, aber ohne Fische und anderes Kleingetier ist der neue Teich im Wildpark am Kapellenberg für ihn nicht interessant. Eine Ente war auch schon da, und auf die hat es der Verein Wildparkretter auch abgesehen. Sonst hätte er nicht mitten in dem Teich ein Entenhaus aufgestellt.

Vielleicht kommt die Ente wieder, bringt Artgenossen mit, vielleicht aber auch nicht. Denn möglicherweise ist sie schon verspeist worden von dem Habicht, der einen Stammplatz in einer Eiche hoch über dem Teich gefunden hat. „Die Natur ist halt grausam“, sagt Hofheims Förster Leif Leonhardt. Erst jüngst hat er den Greifvogel dabei beobachtet, wie er ein Eichhörnchen zur Strecke brachte. Die Enten immerhin hätten durch das Entenhaus ja eine gute Chance, Schutz zu suchen.

Ein wenig warten mussten die Wildparkretter schon darauf, so etwas am Waldrand am Kapellenberg beobachten zu können. Bereits 2020 stand die Idee auf der Tagesordnung, aber unter anderem die Corona-Pandemie hatte für Verzögerungen gesorgt. In diesem Jahr war es aber so weit; die Arbeiten begannen im Mai und konnten vor ein paar Wochen abgeschlossen werden.

40 Kubikmeter Schlamm wurden aus dem Loch gebaggert, berichtet Förster Leonhardt. Das Material wurde nicht weggeschafft, sondern zur Modellierung des Geländes verwendet. Abgedichtet wurde der Teich mit einem Vlies, das Ufer mit Steinen befestigt, die zum Teil auch schon vorhanden waren, da es ja mal ein Vorgängergewässer gegeben hat. Fünf Stunden hat es gedauert, bis der Teich mit Wasser gefüllt war. 30 000 Euro hat das alles gekostet, ein Drittel davon hat der Verein beigesteuert, der Rest wurde über die Bürgerstiftung finanziert.

Das Weitere ist jetzt Sache der Natur. Kleinere Pflanzen werden sich am und im Wasser sicher von selbst noch ansiedeln, größere werden gepflanzt. Auch um Fische muss sich niemand kümmern - der Fischlaich werde in solchen Fällen von Vögeln von anderen Gewässern her eingeschleppt, so Leonhardt.

„Es ist so geworden, wie wir uns es vorgestellt haben“, ist Marc Djakeli, der Vorsitzende des Vereins, zufrieden. Sehr einverstanden ist auch das Damwild, in dessen Gehege sich der Teich befindet. Die Spuren am Ufer zeigen genau an, wo die Tiere zum Trinken ans Wasser gekommen sind. Da der Teich nicht weit weg ist vom Weg entlang des Geheges, ist das eine besondere Gelegenheit, die Tiere zu beobachten.

Zum Beispiel am morgigen Samstag, 24. September, wenn von 12 bis 17 Uhr das Gehege-Fest gefeiert wird - quasi die offizielle Einweihung des neuen Teichs. „Das ist inzwischen ein richtiger Treffpunkt für Familien geworden“, freut sich Djakeli. Die Wildparkretter organisieren dieses Fest nicht zum Spaß. Als die Stadt den Wildpark im Jahr 2015 aus finanziellen Gründen schließen wollte, wurde der Verein gegründet. Er gab damals die Zusage, dass jährlich 10 000 Euro für den Betrieb zur Verfügung gestellt werden sollten. Das hat bisher geklappt, aber notwendig ist dabei eben auch, dass beim Gehege-Fest ordentlich Geld eingenommen wird.

Natürlich freut man sich auch über neue Mitglieder, denn jeder Name auf der Liste bringt dem Verein einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 24 Euro. 170 Mitglieder gibt es, der Verein würde gerne bald die Marke von 200 erreichen. Je mehr sich engagieren, umso eher gibt es Mittel für weitere Projekte. In diesem Jahr sollen Bänke am Weg in Höhe des Teichs aufgestellt werden. Nach dem Kassensturz zum Jahreswechsel könnte man überlegen, mit welchen Projekten der beliebte Tierpark noch attraktiver gemacht werden kann.

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