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Auf der Wiese darf gebaut werden

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Von: Andrea Rost

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Bald werden die ersten Obstbäume verpflanzt: Baugebiet Vorderheide.
Bald werden die ersten Obstbäume verpflanzt: Baugebiet Vorderheide. © Monika Müller

Das Parlament verabschiedet den Satzungsbeschluss für das umstrittene Baugebiet Vorderheide. Bürger protestieren gegen die Bebauung der Streuobstwiesen.

Das Parlament verabschiedet den Satzungsbeschluss für das umstrittene Baugebiet Vorderheide. Bürger protestieren gegen die Bebauung der Streuobstwiesen.

Frisch gepresster Apfelsaft, nur noch in dieser Saison!“ Die Frau will Stadtrat Wolfgang Winckler einen Pappbecher in die Hand drücken. Der Planungsdezernent schüttelt den Kopf. Wolfgang Winckler mag keinen Apfelsaft trinken, ebenso wenig Bürgermeisterin Gisela Stang, der Erste Stadtrat Wolfgang Exner und die Parlamentarier von CDU und SPD, die vor der Stadthalle mit Pfiffen begrüßt werden. Ein kleines Grüppchen Demonstranten hält Plakate hoch. „Vorderheide erhalten“ steht drauf und , provokativer, „Doofheim 21“.

Im Sitzungssaal im ersten Stock sind die Zuschauerreihen ungewöhnlich dicht besetzt. Dass der Satzungsbeschluss für das umstrittene Baugebiet am Fuße des Steinbergs verabschiedet werden soll, hat viele Anwohner und Mitglieder des Vereins Lebenswertes Hofheim ins Parlament getrieben. Der Verein versucht seit geraumer Zeit, die Bebauung der Streuobstwiesen verhindern.

Breite Mehrheit

Bislang erfolglos. Denn am Mittwochabend hat das Baugebiet Vorderheide II auch die letzte Hürde genommen. Mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP, den Bürgern für Hofheim und fast allen Abgeordneten der Freien Wähler wurde der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan verabschiedet. FWG-Vertreterin Ingeborg Hasse enthielt sich der Stimme. Die Grünen stimmten geschlossen gegen das neue Baugebiet, ebenso Linken-Vertreter Bernd Hausmann. Er hatte eine Rücküberweisung der Satzung an den Haupt- und Finanzausschuss beantragt. Der Grund: Angaben in den Unterlagen seien widersprüchlich, plötzlich sei von mehr und kleineren Grundstücken die Rede. Die Parlamentsmehrheit lehnte seinen Antrag ab.

Von einer „dramatischen Fehlplanung“ sprach die Grünen-Fraktionsvorsitzende Marianne Knöss. Bei der Ausweisung des Baugebietes Vorderheide II seien seit Jahrzehnten Untersuchungsergebnisse verschleiert und alte politische Versprechen eingelöst worden. Sie bezweifle, dass Hofheim neuen Wohnraum brauche, sagte Knöss, umso mehr als die Folgekosten für die Stadt nach wie vor nicht präzisiert seien. Für die SPD hingegen ist die Vorderheide „die einzige Alternative, um in Hofheim ein größeres Neubaugebiet zu entwickeln“. Mit der Unteren Naturschutzbehörde sei das weitere Vorgehen zum Schutz von Flora und Fauna abgestimmt, sagte Fraktionschef Werner Wittchen. „Ich gehe davon aus, dass die von den Fachleuten getroffenen Lösungen vernünftig sind.“

Keine weiteren Debatte zum Thema Vorderheide wollte auch die CDU. „Wir werden den politischen Klamauk um die Vorderheide nicht fortführen“, erklärte deren Sprecher Christian Vogt. Nach einem Vierteljahrhundert Planungsarbeit müsse endlich Schluss sein.

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