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Der Protest hat nichts genützt: Am Bahai-Tempel in Hofheim-Langenhain können Windräder gebaut werden.

Hofheim

Weniger Platz für Windräder

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Die Verbandskammer des Regionalverband hat Windvorrangflächen im Rhein-Main-Gebiet gestrichen. Der Bau von Windenergieanlagen am Bahai-Tempel in Hofheim ist aber weiterhin möglich.

Die Eppsteiner müssen nicht mehr fürchten, dass Windräder bei Bremthal künftig den eindrucksvollen Panoramablick, der sich vom Kaisertempel aus bietet, verschandeln. Auch westlich und südlich von Hofheim-Langenhain sollen keine Rotoren gebaut werden. Der Großteil der ursprünglich im westlichen Main-Taunus-Kreis vorgesehenen sogenannten Weißflächen für Windenergie werde mit der ersten Änderung des Teilplanes Erneuerbare Energien endgültig gestrichen, bestätigte Steffen Simmler vom Regionalverband im Gespräch mit der FR. Die Verbandskammer des Regionalverbandes hatte dem Änderungsentwurf Mitte September zugestimmt und die Offenlegung beschlossen.

Denkmalschutzgründe, wie sie das Eppsteiner Parlament angeführt hatte, wurden dabei berücksichtigt. Ebenso die Tatsache, dass das Gebäude der Funkstation am Hübner westlich von Langenhain auch zu Wohnzwecken dient. Es wäre nur 600 Meter vom einem möglichen Standort für Windräder entfernt. Ein Ausschlussgrund ist auch, dass südlich von Langenhain Kompensationsflächen für Naturschutz an das zunächst als Windvorrangfläche ausgewiesene Areal angrenzen.

Zwei zusammen rund 30 Hektar große Flächen des im Plan mit der Nummer 3003 gekennzeichneten Vorranggebietes bleiben allerdings Weißflächen und können damit künftig mit Windrädern bebaut werden. Dabei handelt es um die Flächen nördlich des Bahai-Tempels in Langenhain. Das Hofheimer Parlament hatte mehrheitlich die Streichung als Windvorranggebiet gefordert. Die Glaubensgemeinschaft der Bahai sieht ihre freie Religionsausübung gefährdet – Geräusche und Schlagschatten der Rotoren auf dem Judenkopf bei Wildsachsen würden die Andacht stören, heißt es. Die Bürgerinitiative Gegenwind Hofheim protestierte ebenfalls gegen die Pläne.

Die Regionalversammlung habe bereits 2019 beschlossen, dass die beiden Teilflächen zu Weißflächen würden, sagte Steffen Simmler der FR. Sie seien deshalb auch nicht mehr Teil des nunmehr laufenden ersten Änderungsverfahrens gewesen. Ob dort am Ende Windräder stehen werden, sei ungewiss. In jedem Fall könne im Zuge eines Genehmigungsverfahrens erneut Einspruch dagegen erhoben werden.

Die Offenlage der geänderten Planunterlagen läuft bis 31. Dezember 2020. Infos unter www.region-frankfurt/erneuerbareenergien.

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