Gesundheit

Weiter rote Zahlen

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Weil das Krankenhaus in Frankfurt-Höchst 2019 ein Defizit von 1,7 Millionen Euro aufweist, kommt der Klinikverbund Frankfurt-Main-Taunus vorerst nicht aus den roten Zahlen. Diverse Kooperationsprojekte greifen aber bereits.

Dass die Kliniken Frankfurt-Main-Taunus als größter kommunaler Klinikverbund der Region weiterhin rote Zahlen schreiben, hat mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Klinikums in Frankfurt-Höchst zu tun. Für 2019 wird dort ein Minus von 1,7 Millionen Euro im Jahresergebnis ausgewiesen.

Das Krankenhaus habe zum ersten Mal die Kosten der Renten-Zusatzversicherung für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst selbst tragen müssen, teilt der Vorsitzende der Geschäftsführung des Klinikverbundes, Martin Menger, mit. Zuvor habe die Stadt Frankfurt die Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro übernommen.

Verbund

Die Kliniken Frankfurt-Main-Taunus betreiben als Verbund und gemeinnützige Gesellschaft die kommunalen Kliniken an den Standorten Frankfurt-Höchst, Bad Soden und Hofheim.

Mit rund 1500 Betten und 3800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind sie der größte kommunale Klinikverbund in der Rhein-Main-Region.

Gesellschafter der 2016 gegründeten Dachgesellschaft „Kliniken FMT“ sind die Stadt Frankfurt und der Main-Taunus-Kreis. aro

Die Main-Taunus-Kliniken mit Krankenhäusern in Bad Soden und Hofheim hingegen verzeichneten 2019 ein Plus von 100 000 Euro. 2018 waren sie mit 1,7 Millionen Euro im Minus gewesen. Steigende Patientenzahlen in den Bereichen Psychiatrie, Psychosomatik, Altersmedizin, Kardiologie und der neuen Station für Schmerzmedizin macht Klinikgeschäftsführer Stefan Schad für die positive Entwicklung der Kreiskliniken verantwortlich. Umsatzsteigerungen hat es im vergangenen Jahr auch im städtischen Klinikum Höchst gegeben. Dazu beigetragen hat den Angaben zufolge die Zertifizierung des Krankenhauses als onkologisches Zentrum durch die Deutsche Krebsgesellschaft.

Insgesamt wurden an den drei Standorten des 2016 gegründeten Klinikverbundes im vergangenen Jahr 60 000 Patienten stationär und 122 000 Patienten ambulant versorgt. Der Gesamtumsatz lag mit 330 Millionen Euro um 15 Millionen Euro über dem des Vorjahres, das Defizit betrug 1,6 Millionen Euro gegenüber 3,5 Millionen Euro in 2018. „Noch haben wir den Sprung in die schwarzen Zahlen nicht geschafft. Doch wir schaffen mehr und mehr Synergieeffekte und können dadurch Kosten reduzieren“, sagt Martin Menger. „Als einzelnes Krankenhaus wäre dies so nicht möglich.“

Standortübergreifend wird im Klinikverbund in den Bereichen IT, Prozessmanagement, Medizintechnik und bei der Unternehmenskommunikation kooperiert. Die Konzernbereichsleiter für Finanzen, Einkauf und Personal sind für alle drei Krankenhäuser zuständig. Anfang dieses Jahres hat die Service-Gesellschaft der Main-Taunus-Kliniken auch die Reinigung der Gebäude des Höchster Krankenhauses übernommen. Die Speisen für alle drei Klinikstandorte werden seit März in der verbundeigene Küche in Kelkheim zubereitet.

Frei wird demnächst die Geschäftsführerstelle für das Klinikum in Höchst. Dorothea Dreizehnter verlässt den Klinikverbund. Bis ihre Nachfolge geregelt ist, übernimmt Martin Menger die Aufgaben. Er leitet vorübergehend auch die Zentrale Errichtungsgesellschaft, die den Neubau des Höchster Krankenhauses betreut.

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