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Wallauer Spange kommt voran

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Bahn will Gespräche mit Grundstückseigentümern aufnehmen

Hofheim - Die Vorbereitungen zum Bau der sogenannten Wallauer Spange sind einen wichtigen Schritt vorangegangen. Wie die Deutsche Bahn mitgeteilt hat, hat sie jetzt die Pläne für das Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt eingereicht. Das Verkehrsunternehmen geht derzeit davon aus, dass die Strecke gegen Ende des Jahres 2027 eröffnet werden kann - sicher ist das nicht.

Die Wallauer Spange ist eine Querverbindung der beiden Äste der Schnellbahnstrecke nach Wiesbaden und zum Flughafen. Die Bahn baut die Strecke vor allem für den Fernverkehr, aber auch schnelle Regionalzüge von Wiesbaden über den Flughafen nach Darmstadt und nach Frankfurt sollen dort verkehren. Ein Haltepunkt in Wallau soll den Bewohnern der umliegenden Orte eine schnelle Verbindung in die Großstädte bringen.

Das jetzt angelaufene Planfeststellungsverfahren soll mit der Baugenehmigung für das Projekt enden. Dabei plant und baut die Bahn nur die Strecke, alles rund um den Haltepunkt - vom Busbahnhof bis zu einem Parkhaus - ist Sache der Kommunen. Wie die Stadt Hofheim auf Anfrage mitgeteilt hat, wird an den Plänen derzeit gearbeitet. Sie sollen in der nächsten Sitzungsrunde den Stadtverordneten vorgestellt werden. Der dafür zuständige Planungsausschuss hat seine nächste Sitzung am 7. Februar.

Indem die Bahn die Planfeststellungsunterlagen jetzt eingereicht hat, ist erneut eine Verzögerung des Projektes eingetreten; nach der eigens für das Vorhaben eingerichteten Internetseite hätte dies bereits im Sommer passieren sollen. Grund für die Verzögerung sind nach Auskunft einer Bahn-Sprecherin weitere Großprojekte in dem Bereich, wie der Ausbau des Wiesbadener Autobahnkreuzes und der Umbau der Anschlussstelle Wallau. Die Pläne für die Wallauer Spange mussten mit diesen Projekten in Übereinstimmung gebracht werden.

Ob der weitere Zeitplan eingehalten werden könne, hänge vom Verlauf des Genehmigungsverfahrens ab, so die Bahn-Sprecherin weiter. Verzögerungen beruhen in solchen Fällen zumeist auf Einwänden irgendwelcher Behörden oder von privater Seite. Die Bahn möchte in den nächsten Monaten auch in die Gespräche um den Kauf der notwendigen Grundstücke einsteigen.

Das ist kein einfaches Geschäft, bekanntlich haben die Landwirte das Projekt wegen des Flächenverbrauchs kritisiert. Mit einem eigenen Vorschlag einer platzsparenderen Variante sind sie aber nicht durchgedrungen. Die Grundeigentümer können das Projekt in den Verkaufsverhandlungen zwar verzögern, aber nicht verhindern - hat die Bahn eine Baugenehmigung, kann sie sich notfalls durch eine Enteignung in den Besitz der Grundstücke bringen.

Zu den Unklarheiten gehört auch die Frage nach einer Straße, die von dem neuen Haltepunkt aus in Richtung Delkenheim geführt wird und die vor allem von Wiesbaden befürwortet wird. Ein Interesse daran hat auch die Stadt Hochheim, da man sich eine Entlastung des Stadtteils Massenheim verspricht. In Hofheim wird die Idee wegen des damit verbundenen Flächenverbrauchs und möglicher Verzögerungen eher skeptisch gesehen. Hochheims Bürgermeister Dirk Westedt hatte die Wahrscheinlichkeit für den Bau der Straße im Sommer auf 70 Prozent geschätzt.

Die jetzt eingereichten Unterlagen im Planfeststellungsverfahren können auf der Internetseite www.wallauer-spange.de eingesehen werden. Dazu gehören Lagepläne, ein Konzept für die Baulogistik und ein sogenannter landschaftspflegerischer Begleitplan. Die Lieferung von Baumaterialien durch die umliegenden Ortskerne sei nicht geplant, betont die Bahn einen Aspekt, für den sich die Wallauer und andere Nachbarn sicher besonders interessieren.

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