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Im Richard-Zorn-Apfelgarten wurde das Buch präsentiert.

Hofheim

Vielfalt im Hofheimer Apfelsortengarten

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Eine Streuobstwiese in Hofheim erinnert an den Pomologen Richard Zorn, der nicht nur gezeichnet hat.

Richard Zorn ist in Hofheim nicht vergessen. Ein Weg am Rande der Altstadt ist nach ihm benannt und der Apfelsortengarten im Ortsteil Diedenbergen unterhalb der Speedwaybahn.

Auf einer Streuobstwiese wachsen dort 100 verschiedene Apfelsorten, darunter auch alte und sehr seltene wie der Korbiniansapfel, den der Pomologe Willi Votteler im 19. Jahrhundert gezeichnet hatte.

Entstanden ist der Apfelsortengarten vor fast genau 20 Jahren. Barbera Helling vom Main-Taunus Streuobstverein hatte 1998 die Idee, ihn anzulegen, um alte Apfelsorten zu veredeln und vor dem Verschwinden zu bewahren. Um die Bäume auf den 106 Pflanzplätzen kümmert sich mittlerweile der vor zwei Jahren gegründete Landschaftspflegeverband Main-Taunus Naturlandschaft und Streuobst, dessen Geschäftsführerin Barbara Helling ist. Die Wiese rundum wird von einem Landwirt gemäht.

Richard Zorn 1940.

Richard Zorns Verzeichnis aller in Deutschland angebauten Kernobstsorten hatte Barbara Helling vor kurzem zum ersten Mal in der Hand. Sie will das Buch zurate ziehen, wenn Bäume ersetzt werden müssen. „Dann können wir schauen, ob wir weitere alte Sorten dazuholen“, sagte sie der FR. Mit der Streuobstsorte des Jahres 2018 „Ruhm aus Kelsterbach“ sei das schon gelungen. Der Baum trägt mittlerweile Früchte im Hofheimer Apfelsortengarten.

Womöglich lasse sich aber auch nicht jede alte Apfelsorte wiederbeleben. „Die Bäume müssen den Klimawandel aushalten“, gibt Helling zu bedenken und zeigt auf einen roten Berlepsch, dessen Rinde rissig ist. Der Apfelbaum leidet unter Rindenbrand, er verträgt die Hitze nicht und die Trockenheit im Frühjahr. „Darauf müssen wir bei der Auswahl der Sorten, die wir neu anpflanzen wollen, unbedingt achten“, sagt Helling.

Am 21. September ist im Richard-Zorn-Apfelsortengarten Familienerntetag. Für 50 Cent pro Kilogramm können Teilnehmer so viele Äpfel ernten, wie sie möchten, und vor Ort auch gleich Saft daraus pressen. Dafür anmelden kann man sich per Mail an barbara.helling@mtk.org.

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