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Viel Krach am „Bunten Riesen“

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Von: Jürgen Streicher

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Vor dem „Bunten Riesen“ muss viel Beton saniert werden.
Vor dem „Bunten Riesen“ muss viel Beton saniert werden. © Michael Schick

Einst lärmten Problemgruppen vor dem Plattenbau in Schwalbach, jetzt sind es Baumaschinen. Der untere Marktplatz soll ab dem Sommer zu einem attraktiven Ort werden.

Der „Bunte Riese“, in Schwalbach kennt ihn jeder. Ein zwölfgeschossiger Wohnblock, der das Limes-Einkaufszentrum, den S-Bahnhof und den Marktplatz mit seinen verschiedenen Ebenen überragt, alles im Charme der späten 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Zu Füßen des Riesen ein wenig Alibi-Grün, vor allem aber Beton, Betonfundamente, mit Waschbeton verkleidete Wände, Fassaden und Wege. Unter dem Beton wurden gar einige „Räumlichkeiten“ gefunden, unbekannte Katakomben, von denen keiner etwas ahnte, so Bürgermeister Alexander Immisch. Und von denen keiner weiß, warum sie da sind.

„Wie in Troja“ fühlte sich der Bürgermeister bisweilen während der Grabungsarbeiten seit dem vergangenen Mai, als das Zwei-Millionen-Projekt Umgestaltung des unteren Marktplatzes begonnen hatte. Jetzt ist die Zielgerade erreicht, im Sommer soll „Eröffnung“ gefeiert werden auf dem neuen Markt zwischen all dem Beton. Noch vor den Ferien soll der „attraktive Einkaufs- und Veranstaltungsort im Zentrum“ von den Bürgern in Beschlag genommen werden, hofft Immisch.

Sie haben es verdient, es gibt schon reichlich Klagen von Menschen, die im direkten Umfeld leben und arbeiten. Vor einigen Jahren, bevor die Umgestaltung beschlossen wurde, fühlte man sich von einem bunt gemischten, manchmal lärmenden Volk belästigt, von „Problemgruppen“ wurde damals gesprochen. Jetzt sind es die Baumaschinen, die massive alte Fundamente und Betonbauteile freilegen, alte Wegeflächen aufreißen, 120 Kilogramm wiegende Pflastersteine zurechtsägen, neue Rampen und Treppen bauen.

Vor allem auf den privaten Flächen direkt vor und entlang des „Bunten Riesen“ wird derzeit viel Lärm gemacht. Hier muss viel Beton saniert werden, es dröhnt mächtig beim Aufbrechen alter Schichten unter dem Vordach, das nicht abgerissen werden kann. Die Stadt als Hüter der öffentlichen Flächen und das Unternehmen Swiss Life Asset Managers als Eigentümerin des Riesen haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt - bei der Planung und der Übernahme anteiliger Kosten. So kann komplett in einem Schritt umgestaltet werden.

Das war die Idee: vom Bürgerhaus, an dem die Waschbeton-Fassade bleibt, bis zum „Bunten Riesen“ alles in einem Aufwasch. Zwischen „Apollo“-Brillen, der Bierstube „Jimmy’s Treff“ und dem „Hotel am Rathaus“ läuft schon alles nach Plan, das neue Gesicht des unteren Marktplatzes ist erahnbar.

Das Rondell für den Brunnen mit der altbekannten Figurengruppe ist fertig, Brunnenkammer und -technik sind installiert, die Fläche wird gegenwärtig gepflastert. Das komplette Areal von der Tiefgarage neben dem Bürgerhaus bis zum Riesen ist schon behindertengerecht umgebaut, alle Rampen sind jetzt mit Rollstuhl oder Rollator befahrbar. Anfang März soll die Bepflanzung der Grünflächen in vielen Zwischenräumen beginnen. Das sieht auf den Plänen der Schwalbacher Planergruppe ROB um den Bauleiter Patrick Ziegler oberhalb der Brunnenebene fast wie ein kleiner Park aus.

Nächster Schritt ist der Einbau einer 16 Kubikmeter fassenden Zisterne unterhalb der Fläche vor der Bierstube; die Stadt kalkuliert dafür und für die grünen Ausgleichsflächen mit 200 000 Euro Fördergeld vom Land. Zwei Dutzend Bäume sind auf den Plänen eingezeichnet, die Hälfte davon sind Amberbäume, außerdem gibt es Zerreichen und Blaseneschen.

Rechtzeitig zum Start der Sommertreff-Reihe mit Musik, Theater und Kleinkunst im Juli soll alles fertig sein.

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