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Stadtwald hat sein Öko-Siegel zurück

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Prüfer sehen aber noch Mängel

Hofheim - Der Hofheimer Stadtwald hat sein FSC-Zertifikat, das im vergangenen Jahr ausgesetzt worden war, zurückerhalten. Das teilt die Stadt mit. Allerdings haben die Prüfer, die nach einer kurzzeitigen Aussetzung erneut den Kriterienkatalog für das Siegel des Forest Stewardship Council mit dem Hofheimer Förster Hannes Diez durchgingen, erneut einige Punkte zu bemängeln, die als nur „zum Teil erfüllt“ im Bericht gekennzeichnet wurden. Das betrifft etwa Maßnahmen, die die Beschäftigten vor berufsbedingten Sicherheits- und Gesundheitsrisiken schützen sollen. Hier sehen die Prüfer ebenso Luft nach oben wie bei der Nachhaltigkeit der Nutzung.

Der aktuelle Modebegriff Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft. Hier bedeutet er, dass dem Wald nicht mehr entnommen wird, als nachwächst. Das allerdings ist derzeit nachvollziehbar schwierig, weil die Trockenheit und die Wärme der vergangenen Jahre für viele abgestorbene Bäume gesorgt haben. Da diese auf Dauer nicht zuletzt ein Sicherheitsrisiko sind, müssen sie gefällt werden. So ist der Holzeinschlag vor allem der Fichte in Hofheim sehr groß gewesen. Allerdings wurden aus wirtschaftlichen Gründen auch Bäume gefällt, die nicht geschädigt waren. Hier gingen die Meinungen auch in der Politik auseinander, ob dies angesichts der massiven Trockenheitsschäden sein musste. Was in welchem Jahr an Menge gefällt werden darf, ist eigentlich im „Forsteinrichtungswerk“ festgehalten, das über einen Zeitraum von zehn Jahren eine nachhaltige Bewirtschaftung vorgibt. Doch die Stadt hat noch immer kein neues Forsteinrichtungswerk; das alte ist 2021 abgelaufen. Nachholbedarf sehen die Prüfer daher in diesem Punkt beim Management des Forstbetriebs.

Als nur „teilweise erfüllt“ wird im Audit-Bericht zudem die Pflicht zur Erhaltung natürlicher Wasserläufe, Gewässer, Uferzonen und deren Vernetzung oder deren Wiederherstellung sowie die Vermeidung negativer Auswirkungen auf Wasserqualität und -quantität gekennzeichnet.

2013 war von der Waldgruppe der Lokalen Agenda die Zerstörung des Waldbodens kritisiert worden. Verdichtung geschieht etwa durch schwere Fahrzeuge, wenn die Böden zu feucht sind. Ein Punkt, der auch im Audit wieder angesprochen ist. Die Forderung, dass Infrastrukturmaßnahmen, Holztransport und waldbauliche Maßnahmen so zu gestalten sind, dass Wasserressourcen und Böden geschützt und Störungen sowie Schäden vermieden werden, gilt als nur „teilweise erfüllt“.

„Wir sind froh, dass wird das FSC-Zertifikat wie erwartet für unseren Stadtwald zurückerlangen konnten“, so der zuständige Walddezernent Stadtrat Bernhard Köppler (SPD). Das Zertifikat gilt immer für eine Dauer von fünf Jahren. Dann wird erneut geprüft.

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