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Stadt zahlt Zuschuss für Zisternen

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500 Euro für nachträgliche Ausstattung eines Altbaus

Hofheim - Es gibt in Hofheim Bebauungspläne für Neubauten, die schreiben den Einbau von Zisternen vor. Dass aber die Eigentümer längst bestehender Häuser nachträglich solche Regenwassertanks installieren müssen, das kann die Stadt nicht vorschreiben. CDU, FWG und FDP haben daher vorgeschlagen, dies durch einen städtischen Zuschuss zu unterstützen. In der Stadtverordnetenversammlung zeichnet sich dafür eine Mehrheit ab, aber zunächst soll im Umweltausschuss weiter diskutiert werden.

Diese Anlagen sind mehrfach nützlich. Bei starken Regenfällen verringern sie die Überschwemmungsgefahr, denn sie halten einen Teil des Regenwassers zurück. Und sie verringern den Verbrauch von wertvollem Trinkwasser. Toilettenspülungen verbrauchen heute bis zu sechs Liter pro Benutzung.

„Das Jahr 2022 hat gezeigt, dass wir durch immer länger anhaltende Trocken- und Hitzeperioden stärker auf den Verbrauch unseres Wassers achten müssen“, begründete die CDU-Stadtverordnete Birgit Krämer den Vorstoß der drei Fraktionen. „Die Nutzung von Trinkwasser zur Bewässerung des Gartens, der Toilettenspülung oder der Waschmaschine sollte zunehmend vermieden werden.“

„Eine tolle Sache“, signalisierte für die SPD Tobias Undeutsch gleich Zustimmung für die Idee. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Daniel Philipp legt Wert darauf, dass es Zuschüsse aber nur für Altbauten gibt, und dass bei neuen Baugebieten Zisternen gleich vorgeschrieben werden. Das ist nämlich nicht durchgehend der Fall: Noch vor zwei Jahren hat der Magistrat berichtet, dass es Bebauungspläne gibt, in denen der Bauherr die Wahl hat zwischen Dachbegrünung und Zisterne. Dabei kann eine Dachbegrünung sinnvoll sein - eine vorgeschriebene Nutzung des Regenwassers als Brauchwasser gibt es dabei jedoch nicht.

Nach dem Vorschlag des Dreier-Bündnisses soll es einen Zuschuss von 500 Euro geben für den Bau von Zisternen, wenn diese mindestens drei Kubikmeter Wasser fassen. Die Antragsteller schlagen vor, dass die Stadt 20 000 Euro dafür jährlich zur Verfügung stellt, so dass 40 Zisternen gefördert werden können.

Ob dieser Zuschuss den Einbau einer Zisterne attraktiver macht? Die Kosten einer solchen Anlage für ein Einfamilienhaus werden von Fachbetrieben mit mindestens 4000 Euro beziffert, einschließlich Einbau, Pumpe und Leitungen zu den Toiletten und Waschmaschinen. Je nach den örtlichen Verhältnissen kann es auch erheblich teurer sein.

Welche Einsparungen stehen dem gegenüber? Werden die Toilettenspülungen in einem Vier-Personen-Haus 15 mal täglich im Durchschnitt genutzt, reduziert dies den Wasserverbrauch um 33 Kubikmeter im Jahr. Beim aktuellen Hofheimer Tarif reduziert das die Rechnung um 150 Euro. Werden auch die Waschmaschinen und die Gartenbewässerung aus der Zisterne gespeist, fällt die Ersparnis etwas größer aus. Mit anderen Worten: Finanziell amortisiert sich eine Zisterne so schnell nicht, ein Zuschuss lässt diesen Zeitpunkt eventuell um zwei Jahre näher rücken. Ein wenig umweltpolitisches Bewusstsein muss also sein.

Übrigens: Grünen-Fraktionschef Philipp hat als Vorbild die Förderung von Zisternen durch die Stadt Königstein ins Gespräch gebracht.

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