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Rettungswache mit begrüntem Dach

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Die neue Rettungswache des Main-Taunus-Kreises in der Lindenstraße 10 ist auf dem Gelände des Krankenhauses entstanden - und hat sich diesem farblich bestens angepasst.
Die neue Rettungswache des Main-Taunus-Kreises in der Lindenstraße 10 ist auf dem Gelände des Krankenhauses entstanden - und hat sich diesem farblich bestens angepasst. schmidt © Schmidt

Gebäude in der Lindenstraße eingeweiht / Rund 2800 Einsätze im Jahr

Hofheim - Sie passt sich gut ein, die neue Rettungswache an der Lindenstraße. Dafür sorgt schon allein die bestens mit dem benachbarten Hofheimer Krankenhaus harmonierende Fassadenfarbe. Das funktionale Gebäude könne nun von seinen Nutzern „super angenommen werden - auch wenn’s grün ist“, merkte gestern bei der offiziellen Einweihung Stefan Schad als Geschäftsführer der kreiseigenen Gesellschaft für Gesundheits- und soziale Infrastrukturmaßnahmen (GSIM) an. Er sorgte damit vor allem bei den hier beschäftigten Rettungskräften für Erheiterung: Klar, die sind schließlich Malteser - und hätten sicher ihr markantes Rot den sanften Grüntönen vorgezogen.

Doch städtebaulich wirkt das Ganze so einheitlicher - und Hofheims Bürgermeister Christian Vogt (CDU) unterstrich seinerseits, dass es aus Kreisstadt-Perspektive sogar die perfekte Farbwahl war: „Für uns stehen die grünen Farbtöne dafür, dass hier in Hofheim ein Gesundheitsstandort ist, und dafür sind wir dankbar.“

1,45 Millionen Euro wurden investiert

Mit der neuen Rettungswache hat der Main-Taunus-Kreis diesen Standort weiter gestärkt. 1,45 Millionen Euro wurden in einem guten Jahr Bauzeit investiert, um den Mitarbeitenden und den Fahrzeugen Raum zu schaffen, der auf der Höhe der Zeit ist. Architekt Florian Lang hat dafür ein Gebäude entworfen, das Büro- und Ruheräume, einen Sozialraum mit Küchenzeile und Lagerflächen für Material um einen Kern mit Sanitärräumen gruppiert, die über Oberlichter ebenfalls Tageslicht erhalten.

In der Fahrzeughalle haben zwei Notarztwagen Platz. Eine Beheizung mittels Wärmepumpe, energieeffiziente Bauweise und ein begrüntes Dach sind Reminiszenz an ein klimagerechtes Bauen. Dass die Umsetzung zudem „sowohl im Zeit- wie im Kostenbudget“ gelungen sei, habe ihn „beeindruckt“, so GSIM-Geschäftsführer Schad. Auch Landrat Michael Cyriax (CDU) fand dafür anerkennende Worte, machte aber zugleich deutlich, dass es für den Rettungsdienst nicht nur Autos und moderne Arbeitsmöglichkeiten, sondern vor allem auch Menschen brauche, „die immer für uns da sind.“

NOTFALLVERSORGUNG

285 Quadratmeter Nutzfläche hat das neue Gebäude, das auf einer früheren Grünfläche an der Lindenstraße entstanden ist. 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Malteser haben hier ihren Arbeitsplatz. Die Wache ist täglich rund um die Uhr besetzt.

32 Medizinerinnen und Mediziner der Main-Taunus-Kliniken, die zum Klinikverbund Varisano gehören, fungieren als Notärzte. Im Auftrag des Main-Taunus-Kreises, zu dessen Pflichten die Notfallversorgung gehört, hat die Gesellschaft für Gesundheits- und soziale Infrastruktur (GSIM), eine 100-prozentige Tochter des MTK, für Planung und Bau der 1,45 Millionen Euro teuren Wache gesorgt. Die GSIM hatte auch die neue Rettungswache in Eppstein errichtet. Betreiber ist hier wie da der Malteser Hilfsdienst.

Bis 2019 war in Hofheim der Verein Notarztdienst Main-Taunus-Kreis für das Notarzteinsatzfahrzeug zuständig, das seit 25 Jahren an der Klinik in der Lindenstraße stationiert ist. babs

Mitarbeiter der Malteser - seit 2020 Vertragspartner des Kreises - gehen von der Rettungswache Hofheim aus mit Ärzten des Hofheimer Krankenhauses auf Einsatzfahrt. Rund 2800 Mal war das im vergangenen Jahr der Fall. Doch nicht immer sind es echte Notfälle, zu denen sie gerufen werden. Das Risiko: Im Extrem ist so ein Fahrzeug blockiert, dessen Besatzung möglicherweise andernorts dringend gebraucht würde. Der Kreis habe daher ein Modellprojekt laufen, so der Landrat, bei dem versucht werden solle, mit noch strukturierterer Abfrage zu den Gründen eines Notrufs eine bessere Entscheidungsgrundlage zu erhalten, ob ein Notarzteinsatz erforderlich ist oder eher der Ärztliche Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte zuständig wäre.

Die Malteser hatten als katholische Hilfsorganisation den Dominikaner Christoph Tobias Brandt aus Worms gebeten, dem Haus und seinen Nutzern Gottes Segen zuzusprechen.

Gregor Goetz-Knoell, Bezirksgeschäftsführer Rettungsdienst Hessen, dankte den 15 Mitarbeitern der Rettungswache dafür, in den bisherigen Räumlichkeiten „so lange durchgehalten“ zu haben. Die Zusammenarbeit mit dem Main-Taunus-Kreis sei von einem „großen Vertrauen zueinander“ geprägt, so Goetz-Knoell. Neben Hofheim sind die Malteser in der neuen Rettungswache Eppstein und am Traditionsstandort in Kelkheim-Fischbach aktiv.

Leiter der Notarztwache Hofheim ist Adrian Broghammer. Er erläuterte den interessierten Einweihungsgästen, darunter Kriftels Bürgermeister Christian Seitz, gern die Ausrüstung der Notarzt-Fahrzeuge, in denen etwa je nach Einsatz-Anforderung fertig gepackte Rucksäcke mit entsprechendem medizinischen Bedarf griffbereit sind. Auch E-Fahrzeuge für Notärzte seien bereits auf dem Markt, ließ Broghammer wissen. Allerdings sei eine Voraussetzung für deren Nutzung, nicht nur in den Rettungswachen, sondern auch an den Notaufnahmen Schnellladesäulen zu haben, machte der Malteser deutlich.

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