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Rettungsversuch ist gescheitert

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Fünf der sechs Franziskaner des Hofheimer Exerzitienhauses: Thomas Schardt, Norbert Stumpf, Norbert Lammers, Klaus Federbusch und Bernd Leopold (von links). Es fehlt Helmut Schlegel. knapp
Fünf der sechs Franziskaner des Hofheimer Exerzitienhauses: Thomas Schardt, Norbert Stumpf, Norbert Lammers, Klaus Federbusch und Bernd Leopold (von links). Es fehlt Helmut Schlegel. knapp © Knapp

Initiative „Bürger fürs Exerzitienhaus“ gibt auf / Sanierungkosten und Kaufpreis zu hoch

Hofheim - Im Exerzitienhaus der Franziskaner stehen die Zeichen auf Abschied. Ein letztes Mal haben sich am Sonntag der Freundeskreis des Hauses und die Nachbarn zu einem Gartenfest zusammengefunden. Noch immer ist unklar, was aus der Immobilie am Kreuzweg 23 wird, von der sich die deutschen Franziskaner durch Verkauf trennen wollen. Klar ist inzwischen aber, dass die private Initiative „Bürger fürs Exerzitienhaus“ alle Ambitionen, das Haus zu übernehmen und den Seminarbetrieb in ähnlicher Form weiterzuführen, aufgegeben hat. Darüber wurden neben dem Orden und dem von diesem beauftragten Makler Christian Vogdt aus Senden auch Bürgermeister Christian Vogt und Landrat Michael Cyriax in Kenntnis gesetzt.

Zwei Millionen Euro für den Brandschutz

„Wir haben von Anfang an gewusst, dass es so kommen kann“, sagt Professor Joachim Schrey, der mit Esther Stahl-Buhl für die Initiative gesprochen hatte. Gut ein Jahr hatten beide viel Zeit in den Rettungsversuch gesteckt, am Ende aber einsehen müssen, dass sich eine Übernahme finanziell nicht darstellen ließ. Aufgrund der Unklarheiten, was tatsächlich in das Gebäude investiert werden müsste, war der Mäzen, den die Initiative gewonnen hatte, zudem abgesprungen. Da sich auch niemand anderes mehr als Sponsor für die nötigen Millionen-Investitionen gefunden habe - allein für die geforderten Brandschutzmaßnahmen sei mit rund zwei Millionen Euro zu rechnen - habe die Initiative nun das Handtuch geworfen, so Schrey.

Den letzten Ausschlag gab ein Gespräch mit einem der Kauf-Interessenten für das Exerzitienhaus. Er habe mit diesem Bieter aus der Region sprechen können und von ihm erfahren, dass er an Kaufsumme „mehrere Millionen Euro“ aufbringen wolle, sagt Schrey. Da könnten die Bürger fürs Exerzitienhaus nicht mithalten. Als weiteren Grund für den Ausstieg aus dem Bieterverfahren gibt er zudem den Entschluss der Franziskaner an, mit einem „Projekt geistlicher Ort“, realisiert durch die Ordensbrüder Helmut Schlegel und Norbert Lammers, in Hofheim präsent zu bleiben. Partner sind die Schwestern vom Guten Hirten.

Das Vorhaben des Investors, mit dem er gesprochen habe, werde von Landrat Cyriax als gut zu Hofheim passend eingestuft, meint Schrey. Auch er selbst glaubt, dass die gemeinnützig-soziale Einrichtung eine gute Lösung sein könnte. Sie werde nicht mehr Verkehr bringen als das Exerzitienhaus, der Park solle unangetastet bleiben. Für mögliche zusätzliche Bauten wolle dieser Interessent eher den Bereich des Parkplatzes nutzen.

Die deutsche Franziskanerprovinz mit Sitz in München hatte deutlich gemacht, dass sie im August den Bietern eine erste Einordnung der eigenen Prioritäten geben und im Oktober dann entscheiden wolle, mit wem Kaufverhandlungen aufgenommen werden. Den Mitarbeitern des Hauses wurde bereits im April betriebsbedingt gekündigt.

Als Mieter ist auch das Bistum Limburg von der Aufgabe des Exerzitienhauses betroffen. Für das „Refugium“, eine seelsorgliche Einrichtung für Mitarbeiter in Caritas und Pastoral, soll aber nach Informationen dieser Zeitung inzwischen ein neuer Sitz im Rhein-Main-Gebiet gefunden worden sein. Bistums-Sprecher Stephan Schnelle will derzeit noch nicht bekanntgeben, für welche ihrer Einrichtungen sich die Diözese entschieden hat. Neben Büros sollen für Refugium-Angebote auch künftig wie im Exerzitienhaus Übernachtungsmöglichkeiten und eine hauswirtschaftliche Versorgung zur Verfügung stehen. Das schränkt die Wahl-Möglichkeiten in der Region deutlich ein.

Direkt betroffen sind neben den Angestellten von der Aufgabe des Exerzitienhauses vor allem die hier lebenden sechs Franziskaner. Dass Helmut Schlegel und Norbert Lammers lediglich innerhalb Hofheims vom Kapellen- auf den Rosenberg umziehen, wurde Anfang August bekannt. Auf Anfrage hat Hausleiter Bruder Stefan Federbusch nun mitgeteilt, dass der am Empfang tätige Bernd Leopold nach Berlin gehen wird. Der Physiker Norbert Stumpf, in Hofheim als Hausmeister und Gärtner im Einsatz, wechselt in das Kloster auf den Kreuzberg in der Rhön. Thomas Schardt geht ins Kloster Frauenberg in Fulda. Stefan Federbusch, im Frühjahr zum stellvertretenden Provinzleiter aufgerückt, wird von Januar an in der Ordenszentrale in München arbeiten.

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