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Hofheim

Rehwild vernichtet Jungbäume im Hofheimer Stadtwald

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Ein neues Jagdkonzept soll in Hofheim einen stabilen Mischwald erhalten, der dem Klimawandel standhält.

Noch ist der Hofheimer Stadtwald ein stabiler Mischwald. Dass sich die unterschiedlichen Baumarten verjüngen können, ohne dass nachwachsende Jungpflanzen eingezäunt oder anderweitig geschützt werden, ist indes nicht sichergestellt.

Wegen erheblicher Verbissschäden durch Rehwild können Sämlinge von Eichen, Ahorn, Eschen, Kirschen und anderen Bäumen kaum in die Höhe wachsen. Spätestens nach drei Jahren sind diese Jungbäume im Wald komplett verschwunden. Einzig die jungen Buchen bleiben verschont.

„Ziel der städtischen Waldbewirtschaftung ist es, Klimastabilität zu erreichen“, sagt Stadtrat Bernhard Köppler (SPD). Dafür brauche es einen Mischwald mit diversen Baumarten, die dem Klimawandel trotzten. Damit sich diese im Hofheimer Stadtwald langfristig etablieren können, liegt jetzt der Entwurf für ein Jagdkonzept vor, das sicherstellen soll, dass die Verbissschäden an den Jungbäumen deutlich reduziert werden.

Das Konzept sieht vor, dass Rehwild auf den Jagdflächen der Stadt künftig als Leitwild konsequenter bejagt wird und die Stadt die Jagd über die Jagdgenossenschaft und Hegegemeinschaft überwacht und steuert.

Einfluss könnte dabei vor allem über die Hegegemeinschaft des Main-Taunus-Kreises genommen werden. Die Stadt Hofheim ist Mitglied und kann über die Rehwildabschusspläne mitentscheiden. Jagdpächter sollen nach dem neuen Konzept verpflichtet werden, zwei revierübergreifende Drückjagden pro Jahr durchzuführen, auf denen auch Rehwild zum Abschuss freigegeben ist.

Überlegt wird zudem, ob die Stadt in einem als Pilotprojekt gebildeten Eigenjagdbezirk Jagden in Eigenregie durchführt. Hofheimer Jäger könnten daran teilnehmen, Forstangestellte der Stadt als Jagdaufseher fungieren. Durch den Verkauf von Wildbret könnten zusätzliche Einkünfte für die Stadtkasse erzielt werden. Ein solches Gebiet müsste mindestens 75 Hektar groß sein. Das Waldgebiet am Kapellenberg mit rund 520 Hektar Fläche würde sich dafür eignen. Start für das Pilotprojekt könnte in etwas mehr als einem Jahr sein. Der Pachtvertrag des Jagdbezirks Hofheim endet zum 31. März 2021.

Über fünf Jahre soll laut Konzeptentwurf auf dem Gelände des Eigenjagdbezirks ein intensives „Verbissmonitoring“ stattfinden. Wildzäune sollten gebaut und Verbissschäden in Verjüngungsflächen kontrolliert werden, um den Erfolg zu beurteilen.

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