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Quartiere für Geflüchtete gesucht

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Wohnungssuchende leben seit langem in Hofheim / Netzwerk will vermitteln

Hofheim - Es brennt mal wieder. Wie bereits im vergangenen Dezember, droht Menschen in Hofheimer Gemeinschaftsunterkünften die Obdachlosigkeit. Daher hat die Stadt Hofheim einen dringenden Aufruf formuliert, Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Es geht um Menschen, die schon viele Jahre in Deutschland leben und eine Aufenthaltsgenehmigung haben. Doch ihre Wohnungssuche auf dem freien Markt war bislang vergeblich. Der Kreis duldet in solchen Fällen einen weiteren Verbleib in seinen Gemeinschaftsunterkünften, wenn dort Raum genug ist, darauf besteht aber kein Anspruch. Und wie schon im Dezember, steigen auch jetzt wieder die Zahlen der Neuzuweisungen von Geflüchteten durch das Land Hessen, die der MTK dann unterzubringen hat.

Das neue Container-Gebäude, das der Kreis als zusätzliche Gemeinschaftsunterkunft an der Frankfurter Straße errichten will, konnte noch nicht verwirklicht werden. Um Platz für die Menschen zu schaffen, die aufgrund ihres ungeklärten Aufenthaltsstatus in einer solchen Unterkunft leben müssen, sollen Räumungen verfügt werden. Zum 7. November, das hat die Stadt aus dem Kreishaus mitgeteilt bekommen, erwartet der Kreis 46 Flüchtlinge, von denen 23 in Hofheim Quartier erhalten sollen.

In Kriftel, wo die Gemeinde gerade mit dem gleichen Problem konfrontiert war, war es in kürzester Zeit gelungen, alternativen Wohnraum für die Menschen zu schaffen, die aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen mussten. In Hofheim war zuletzt zur Abwendung konkreter Obdachlosigkeit das Hotel Im Taubengrund in Diedenbergen als Notunterkunft genutzt worden - eine teure Lösung, 60 Euro pro Person am Tag soll es gekostet haben.

Vorübergehend will die Stadt nun wohl ein anderes Hotel belegen. Von einem Haus mit 100 Zimmern ist die Rede. Zudem will die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft eines ihrer Häuser als Unterkunft „ertüchtigen“. Denn bei der Flüchtlingszuweisung zum 7. November wird es nicht bleiben. Da die Zahlen steigen, rechnet der Kreis mit weiteren Menschen, die er unterzubringen hat.

Da eine Hotel-Belegung nur eine Notlösung sein kann, ruft die Stadt ihre Bürger auf, ungenutzten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Das ist auch das Anliegen des „Netzwerk Wohnraum schaffen“, in dem Vertreter von Kommunen im Kreis und Ehrenamtliche zusammenarbeiten. Es würde auch Hofheim gern bei der Suche und im Kontakt mit potenziellen Vermietern unterstützen.

Konkret sucht die Stadt eine Ein-Zimmer-Wohnung für einen alleinstehenden Mann Anfang 30, der in einem Frankfurter Hotel beschäftigt ist. Zudem werden Wohnungen für vier-, fünf- und sechsköpfige Familien gebraucht, darunter ein Paar mit zwei Söhnen, der ältere hat bereits Abitur gemacht und studiert an der European Business School. Auch für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung ist geeigneter Wohnraum gefragt. Als Kontaktmöglichkeiten nennt die Stadt die Telefonnummer 0 61 92/2 02-2 54 oder die E-Mail-Adresse: wohnraum@hofheim.de .

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