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Polar Group fehlen zu viele Bauteile

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Unternehmen in der Bredouille wegen Lieferkettenproblemen

Hofheim - Die Hofheimer Polar Group hätte von der aktuellen Krise eigentlich sogar profitieren können. „In der Krise hat der Automatisierer Umsatz“, sagt Geschäftsführer Michael Wombacher. Damit meint er, dass wenn die Unternehmen sparen müssen, sie oft auf die Automatisierung setzen und versuchen, Arbeitskräfte durch Maschinen zu ersetzen, um so die Produktion effektiver zu machen. Es ist die Polar Group, die die dafür notwendigen Maschinen verkauft, wenn es um das Schneiden und Weiterverarbeiten von Papier geht.

Aber die Situation ist eine andere. Ob Papierschneider oder - und das ist ein aktuelles zweites Geschäftsfeld - Verpackungsmaschinen für Tiefkühlpizza, immer werden Komponenten von Zulieferern eingebaut. Und jetzt kommen seit Monaten manche Komponenten gar nicht oder mit großer Verspätung. Also kann die Polar Group viele Maschinen nicht ausliefern. Zwar haben viele Kunden Anzahlungen geleistet, aber in der Hauptsache werden Maschinen erst nach Auslieferung bezahlt. Also fehlen die Umsätze.

Wenn sich das nicht ändert, droht die Zahlungsunfähigkeit. Daher hat das Unternehmen ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt. Dieses verschafft etwas Luft zum Atemholen, denn für drei Monate streckt die Arbeitsagentur die Gehaltszahlungen für die Belegschaft vor. Die Phase kann zur Sanierung des Unternehmens genutzt werden.

Diese Bemühungen laufen auf Hochtouren, versicherte Geschäftsführer Michael Wombacher gestern vor der Presse. Welche Maßnahmen genau ergriffen werden sollen, das werde gerade geprüft, genauere Aussagen dazu ließen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machen. Alles passiere jedenfalls in Abstimmung mit der Eigentümerfamilie Mohr wie auch mit dem Generalbevollmächtigten Robert Schiebe von der gleichnamigen Kanzlei, der den Prozess unterstützen soll.

In Hofheim und erst recht in der Belegschaft wirft dies natürlich sofort die Frage auf, was aus den Arbeitsplätzen wird. Das Unternehmen solle mit 380 Mitarbeitern saniert werden, hieß es dazu am Wochenanfang. Im Moment gehe die Geschäftsführung davon aus, dass die Arbeitsplätze sicher seien, so Geschäftsführer Wombach.

„Wir sind uns unserer sozialen Verantwortung bewusst“, ergänzt der Firmenchef. Zwar hieß es, dass bei dauerhaft niedrigeren Umsätzen davon auszugehen sei, dass auch die Zahl der Mitarbeiter niedriger sein müsse. Aber Ziel sei ja eben, die Probleme mit den Lieferketten in den Griff zu bekommen.

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