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Polar bleibt unterm Schutzschirm

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Arbeitsagentur zahlt Gehälter bei Maschinenbaufirma bis Ende November

Hofheim - Beim Industriebetrieb Polar Group, nach wie vor im Besitz der Gründerfamilie Mohr, tut sich einiges. Die Firma, zu der neben der Adolf Mohr Maschinenfabrik und der Polar Mohr Maschinenvertriebsgesellschaft seit 2011 auch die Dienst Verpackungstechnik gehört, hatte im August ein Schutzschirmverfahren beantragt. Als Grund waren Lieferengpässe von Steuerungen und anderen Komponenten für Schneidemaschinen des Weltmarktführers genannt worden. Das hatte zu Produktionsrückgängen und Umsatzeinbrüchen geführt und die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens bedroht.

Das Schutzschirmverfahren läuft nach Auskunft des Pressebeauftragten der vom Gericht bestellten Sachwalter-Kanzlei Brinkmann und Partner, Dr. Jochen Mignat, nach wie vor. Mit verschiedenen Investoren gebe es Gespräche. Die Gehälter für die 380 Mitarbeiter würden bis einschließlich des laufenden November von der Bundesagentur für Arbeit übernommen, so Mignat.

Nun hat Polar einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer als Teil der Unternehmensführung verpflichtet. Thomas Raab, der Polar schon in den vergangenen Monaten beratend zur Seite stand, hat neben dem Bereich Finanzen mit Controlling, Rechnungswesen, Finanzierung, Steuern und Recht innerhalb der Geschäftsführung zudem die Zuständigkeit für Personalwesen, Einkauf und IT. Das lässt Polar Mohr per Pressemitteilung wissen. Im Rahmen des Schutzschirmverfahrens verantwortet Raab zudem die Steuerung des sogenannten „M&A Prozesses“. Das Kürzel steht für die englischen Begriffe Merger und Aquisition - gemeint sind zwei verschiedene Übernahme-Formen durch andere Unternehmen oder Investoren. Raab soll mit Beratern und Investoren sprechen und die Koordination mit dem Sachwalter des Schutzschirmverfahrens (einem Rechtsanwalt der Kanzlei Brinkmann und Partner) und dem Gläubigerausschuss übernehmen.

„Wir sind froh, Thomas Raab als kaufmännischen Geschäftsführer nun bei uns zu haben“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung, Michael Wombacher. Seine Erfahrungen bei Transformationen und im Bereich Merger & Acquisitions seien „in unserer aktuellen Situation eine große Unterstützung“. Raab selbst spricht von „viel Zukunftspotenzial“ bei den Firmen Polar und Dienst. Sie stünden für „Qualität, hohe Serviceverfügbarkeit und erfahrene Mitarbeiter“. Diese Stärken und die gute Stellung im Markt sollten genutzt werden, „um unseren Kunden weiterhin bestmögliche Lösungen und Innovationen zu bieten“.

Thomas Raab war zuletzt im württembergischen Crailsheim bei einem Verpackungsspezialisten (Syntegon Technology, bis 2019 Bosch Packaging) tätig.

Verstärkt hat sich der Verpackungsspezialist Dienst in Sachen Vertrieb. Für Süddeutschland, Österreich und die Schweiz ist seit Oktober Patrick Pollack zuständig, der in der Verpackungsbranche langjährige Erfahrung hat. Bei Polar wurde Markus Judel (55) neben seiner Aufgabe als Leiter Business Development (Geschäftsfeldentwicklung) auch zum Verkaufsleiter ernannt. babs

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