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Platz für Kombi-Projekt

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Möglicher Standort für die neue Kita und eventuell Wohnungen: der Bolzplatz am Thüringer Weg in Marxheim. knapp
Möglicher Standort für die neue Kita und eventuell Wohnungen: der Bolzplatz am Thüringer Weg in Marxheim. knapp © Knapp

Kita und Wohnungen wären am Thüringer Weg möglich

Hofheim - Schon seit einer Weile sprechen die Verantwortlichen im Rathaus davon, dass es nicht die Lösung sein kann, bei der Schaffung neuer Kindergartenplätze hier ein Provisorium einzurichten, dort etwas anzubauen und wieder an einem Standort Räume umzuwidmen. Vielmehr müsse eine komplette neue Kindertagesstätte her, über die geplante Kindertagesstätte an der Homburger Straße hinaus. Eine Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen, aber bei den möglichen Standorten ist der Bolzplatz am Thüringer Weg in Marxheim der Favorit.

Auf den lange angekündigten Entwicklungsplan für die Kinderbetreuung musste die Stadt nicht warten, um zu wissen, dass zusätzliche Plätze geschaffen werden müssen. Von Wartelisten wird aus verschiedenen Stadtteilen berichtet. Jetzt aber gibt es konkrete Zahlen. 1478 Plätze gibt es in den Hofheimer Kindertagesstätten. Gebraucht werden aber 1589. Demnach fehlen 111, im nächsten Kindergartenjahr ist die Zahl ähnlich. Das sind aber nur die Kinder ab drei Jahren, die Kleineren kommen noch dazu. 407 Plätze gibt es in den Kinderkrippen und bei den Tagesmüttern, gebraucht werden aber 575. Die Tendenz ist steigend.

Geschaffen werden sollen, am besten in einer Einrichtung, drei Kinderkrippen- und zwei Kindergartengruppen, heißt es in dem Entwicklungsplan. Wenn man weiß, dass bis zu zwölf Kinder unter drei Jahren in einer Krippengruppe betreut werden können, bei den Älteren jede Gruppe bis zu 25 Plätzen bietet, dann ist klar, dass eine neue Einrichtung das Problem nicht löst, auch nicht die geplante Kindertagesstätte an der Homburger Straße. Es gibt daher eine ganze Reihe von kleineren Ausbauprojekten.

Jetzt liegt neu der Vorschlag auf dem Tisch, am Thüringer Weg zu bauen. Der Bolzplatz dort gehört der Stadt. Vor Jahren war vorgesehen, dort Wohnungen vor allem für Flüchtlinge zu bauen. Der für die Kinderbetreuung zuständige Stadtrat Bernhard Köppler kann sich gut vorstellen, dort auch ein kombiniertes Projekt zu machen - im Erdgeschoss Kinderbetreuung, darüber Wohnungen. Das Modell habe sich bewährt, etwa beim katholischen Kindergarten am Schlesierweg. Einen Zeitplan gibt es noch nicht, eine Entscheidung für den Standort ist nicht gefallen. Aber trödeln will der Magistrat nicht - im Haushaltsplan 2023 wird Geld für die Planung eingestellt. Für den Standort spricht, dass das Defizit bei den Betreuungsplätzen in Marxheim am größten ist. Dort fehlen 54 Kindergarten- und 66 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Bei den Älteren ist die Tendenz steigend. Das ist deutlich mehr als in den anderen Stadtteilen. Auch in der Kernstadt fehlen 38 Plätze für Kita-Kinder.

Jörg Fichtl, Leiter des Fachbereichs Kinderbetreuung im Rathaus, warnt jedoch davor, die Situation zu sehr Stadtteil für Stadtteil zu betrachten. Viele Kinder werden aus unterschiedlichen Gründen in anderen Ortsteilen als dem Wohnort betreut; jede Änderung des Angebots wirkt sich auch auf die Nachbar-Stadtteile aus. Zum Beispiel werden derzeit viele Lorsbacher Kinder auswärts betreut, weil dort die Plätze nicht ausreichen. Stadtrat Köppler kündigt an, dass vor der angekündigten Sperrung der Landesstraße nach Hofheim ausreichend Platz in Lorsbach geschaffen werden soll.

In Lorsbach geht es um 15 zusätzliche Plätze durch den laufenden Umbau im Gemeindehaus, außerdem soll eine Waldgruppe geschaffen werden. Ausgebaut werden sollen die Kindertagesstätten in Langenhain, Wildsachsen und Wallau. Nur in Wallau geht es dabei um eine städtische Einrichtung. Köppler ließ aber erkennen, dass die Stadt es bevorzugt, auch die neuen Kinderhäuser an der Homburger Straße und in Marxheim selbst zu betreiben. Auch das wird sicher noch ein Thema, wenn sich die Stadtverordneten demnächst mit dem Kinderbetreuungsplan befassen.

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