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Planungen für Tunnel können beginnen

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Zwischen CDU-Kreisgeschäftsstelle und Polar Mohr könnte von der Hattersheimer Straße aus die Zufahrt zum Tunnel gebaut werden. babs
Zwischen CDU-Kreisgeschäftsstelle und Polar Mohr könnte von der Hattersheimer Straße aus die Zufahrt zum Tunnel gebaut werden. babs © babs

Von der Hattersheimer Straße aus soll es eine Verbindung zum Hochfeld geben

Hofheim - Eine neue Straßenverbindung soll her, vom Hochfeld herunter, unter der Landesstraße 3011 und der Bahn hindurch bis zur Hattersheimer Straße. Der Magistrat möchte im nächsten Jahr mit einer Machbarkeitsstudie beginnen und hat 150 000 Euro dafür in den Haushaltsplan eingestellt. Er hat dabei auch die große Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung hinter sich - ein Antrag der Grünen, diese Mittel zu streichen, wurde im Haupt- und Finanzausschuss abgelehnt.

Die Straßenverbindung war bisher kein großes Thema in der Hofheimer Kommunalpolitik, zumindest öffentlich. Aber vor einem Jahr hat die Stadtverordnetenversammlung einen Beschluss gefasst. „Mit dem Ziel einer Entlastung der Rheingaustraße soll an einer neuen Anbindung gearbeitet werden“, hieß es damals im Zusammenhang mit dem geplanten Baugebiet Marxheim II, das jetzt „Römerwiesen“ heißt. Gemeint ist mit der neuen Anbindung eine Straße zwischen Hochfeld und Hattersheimer Straße - alles andere macht keinen Sinn, wenn es um die Frage geht, wie die Rheingaustraße vom Verkehr, der aus dem riesigen Neubaugebiet in die Innenstadt will, entlastet werden kann.

Grüne gegen Unterführung

Planungen und Untersuchungen stehen am Anfang eines solchen Projekts, dafür wird Geld gebraucht. Besagte 150 000 Euro hatte der Magistrat dafür in den Etat 2023 eingestellt, denn im nächsten Jahr sollen die Vorbereitungen für das millionenschwere Projekt beginnen. Und das Geld bleibt auch drin - Anträge der Grünen, die Mittel mit einem Sperrvermerk zu versehen oder ganz zu streichen, fanden in den Parlamentsausschüssen keine Mehrheit. Ob am Mittwoch bei der Verabschiedung des Haushalts noch einmal darüber abgestimmt wird, ist unklar.

„Eine Unterführung ist nicht zeitgemäß, nicht bezahlbar und wird nicht benötigt“, heißt es in der Antragsbegründung der Grünen. Die Planungen seien einzustellen. Zumindest ein Sperrvermerk müsse her, bis die Ergebnisse von stattfindenden Verkehrsuntersuchungen auf dem Tisch lägen, so ein weiterer Antrag. „Eine Unterführung ist so was von gestern“, so Grünen-Stadtverordneter Simon Schnellrieder. „Die Mehrheit der Stadtverordneten hat von einer Unterführung noch nie etwas gehört“, sieht Fraktionskollegin Bettina Brestel zumindest Informationsbedarf.

Fakt ist, dass bislang eher von einer Anbindung die Rede war - und das kann eine Brücke sein oder eine Unterführung. Jetzt argumentiert der Magistrat, für eine Brücke sei im Bereich der Hattersheimer Straße gar nicht genug Platz. Eine Brücke müsste jedenfalls sehr steil nach oben geführt werden, da die Oberleitungen der Bahn mit einem großen Sicherheitsabstand überquert werden müssten. Eine Unterführung scheint realistischer zu sein.

Klar ist der Ort des Geschehens. Auf der Südseite der Hattersheimer Straße ist ein Geländestreifen nicht bebaut; er wurde für die Umgehungsstraße B 519 von Bebauung frei gehalten. Das ist ein Vorhaben des Landes Hessen, an dem nicht mehr gearbeitet wird und von dem niemand glaubt, dass es eines Tages noch realisiert wird. Auf dem Hochfeld könnte die Unterführung an die Erschließungsstraße für das Neubaugebiet Römerwiesen angeschlossen werden.

Erster Stadtrat Wolfgang Exner warnte bei den Beratungen dringend davor, die Unterführung in Frage zu stellen. Das Problem mit dem übermäßigen Verkehr auf der Rheingaustraße sei nur lösbar, wenn es eine zweite Straßenverbindung über die Bahn hinweg oder unter der Bahn hindurch gebe, so der CDU-Politiker. Notwendig sei dies auch, um zu verhindern, dass viele Autofahrer aus dem Neubaugebiet durch das Völkerviertel fahren. Wolfgang Exner hat auch eine Antwort auf die Frage, wie die Finanzierung des Tunnels für die Stadt zu schaffen sein könnte. Er möchte das Land Hessen nicht ohne weiteres aus der Verantwortung entlassen, die seit mehr als 60 Jahren geplante B 519 neu zu bauen. Nach der Vorstellung der Stadt könnte eine Einigung darauf hinauslaufen, dass die Stadt auf die B 519 neu verzichtet und sich das Land an der Finanzierung der Straßenunterführung beteiligt.

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