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Personalmangel blockiert Verkehrsprojekte

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Hofheim Im Rathaus gibt es nur noch eine Planerin / Politik übt sich in Geduld

An den virtuellen Stammtischen - als solche könnte man die sozialen Medien ja bezeichnen - wird viel darüber geschimpft, dass es mit den Verkehrsprojekten in Hofheim nicht recht weitergehe. Solche Töne sind anderswo ebenfalls zu hören, in den Ortsbeiräten zum Beispiel, aber auch in der Stadtverordnetenversammlung. Alles werde zerredet, nichts realisiert, schimpfte unlängst der FDP-Stadtverordnete Ralf Weber.

Die Gründe sind vielfältig, die Verantwortlichkeiten ebenfalls. Bei manchen Themen kann man nur noch von Resignation sprechen - anders ist kaum zu erklären, dass die Nachricht über weitere Verzögerungen beim Radweg nach Lorsbach nicht zu irgendwelchen Reaktionen führte. Zuständig ist Hessen Mobil - die Landesstraßenbehörde ist für viele Kommunalpolitiker nicht nur in Hofheim ein rotes Tuch.

Im Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung beleuchtete Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) jetzt einen Aspekt, der dabei oft in Vergessenheit gerät - die Personalsituation im Rathaus. "Wir hatten bis vor kurzem zwei Verkehrsplanerinnen, aber eine ist weg", so der Baudezernent. Die Stadt versuche, die Stelle neu zu besetzen. Aber die Baubranche boome immer noch - es ist also nicht klar, wann das gelingt.

Wallauer Haltepunkt

genießt Priorität

"Mit nur einer Verkehrsplanerin können wir die anstehenden Projekte nicht umsetzen", stellte Exner klar. Was alles ansteht, brauchte er gar nicht erst aufzuzählen. Dringend ist der Bahn-Haltepunkt an der Wallauer Spange - weil dort andere Kommunen beteiligt sind, kann sich die Stadt Verzögerungen nicht leisten. In absehbarer Zeit wird auch das Thema Zentraler Busbahnhof und die Verkehrsführung in der Umgebung wieder auf den Tisch kommen. Die neue Arbeitsgruppe zum Bau einer Radwegebrücke vom Hochfeld in Richtung Brühlwiesen muss ebenfalls betreut werden.

Dazu kommen zahllose kleinere Themen. Seit einem halben Jahr etwa warte man auf eine Planung, wie der Bussteig für den Stadtbus am Busbahnhof provisorisch barrierefrei gemacht werden könne, mahnte nicht zum ersten Mal der Linken-Stadtverordnete Bernd Hausmann.

Und jetzt soll auch noch ein Nahverkehrsplan entwickelt werden. Das steht in einer Prioritätenliste, die der Magistrat nach einem Nahmobilitäts-Check vorgelegt hat. Diese Prioritätenliste enthält Dutzende von Maßnahmen, gegliedert nach kurz-, mittel- und langfristigen Projekten. Angesichts der unkalkulierbaren Arbeits- und Entscheidungsprozesse lehnt der Magistrat es aber ab zu definieren, was aus seiner Sicht kurz- und was mittelfristig passieren soll.

Im Parlament macht man sich keine Illusionen mehr. SPD-Mann Tobias Undeutsch schlug vor, der Magistrat solle zweimal jährlich Bericht erstatten über die Verbesserungen im Nahverkehr. "Ein Mal jährlich reicht aus, denn in einem Jahr tut sich oft nicht viel", bremste der CDU-Stadtverordnete Armin Thaler, und dies wurde dann so beschlossen.

Ob die Stadtverordneten nun die Verwaltung nicht noch mehr belasten wollen, oder ob sie einsehen, dass es erst recht bei neuen Projekten nicht so schnell geht wie gewünscht, das weiß nur jeder einzelne von ihnen selbst. Auf jeden Fall nahmen sie einstimmig bei einem gemeinsamen Antrag von FDP und FWG gehörig das Tempo heraus. Dabei ging es um den Vorschlag eines Radweges von Langenhain nach Diedenbergen mit einem Abzweig über Sportpark Heide nach Marxheim.

Die Antragsteller wollten den Magistrat beauftragten, mit den zuständigen Behörden Kontakt aufzunehmen und über die Möglichkeiten zu sprechen, diesen Weg zu realisieren. Dabei hatten es FWG und FDP eilig, wie man daran erkennt, dass der Magistrat noch vor Ende dieses Jahres Bericht erstatten sollte. Die Vorlage wurde zwar beschlossen, aber mit dem Zusatz versehen, den Radweg bei der Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes zu berücksichtigen. Heißt: Konkretere Schritte werden erst unternommen, wenn das Nahmobilitätskonzept beschlossen ist. Wann dies so weit ist, dazu gibt es keine Prognosen.

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