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Parken soll doppelt so teuer werden

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Stadtverordnete stimmen heute Abend über Erhöhung der Gebühren ab

Hofheim - Wenn die Inflationsrate um einen Wert von zehn Prozent pendelt und die Stadt Hofheim künftig auf einen Teil der Parkgebühren Umsatzsteuer zahlen muss, dann sind das Argumente für eine gewisse Erhöhung dieser Gebühren. Eine Erhöhung wird vom Magistrat auch vorgeschlagen, und die Verwaltungsspitze bezeichnet diese als „moderat“ - ein Wort, das das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) mit „maßvoll“ und „im Umfang und in den Auswirkungen begrenzt“ übersetzt. Noch in dieser Woche soll die Erhöhung beschlossen werden.

Ob die Stadtverordneten freilich die Erhöhung ebenfalls als moderat ansehen, das wird sich zeigen. Denn vorgeschlagen wird, die Parkgebühren zu verdoppeln, soweit die Tickets an den Parkscheinautomaten an öffentlichen Parkplätzen bezahlt werden. Lediglich im Chinon-Center fällt die Erhöhung geringer aus, ebenso für die Dauerparker im Parkdeck am Bahnhof. Dafür sind die Parkausweise für Anwohner künftig fast fünfmal so teuer.

Für halbe Stunde werden 60 Cent fällig

Der Magistrat begründet die Erhöhung damit, dass die Stadt künftig für die meisten Parktickets Umsatzsteuer bezahlen muss. Parkt jemand zum Beispiel eine halbe Stunde, gehen von den bisher 30 Cent Gebühren 5 Cent ab, es bleiben der Stadt 25 Cent. Schlägt die Stadt die Umsatzsteuer auf die Gebühren, werden statt bisher 30 künftig 36 Cent fällig. Das sind „krumme“ Zahlen, die Stadt hätte gerne einen „einheitlichen, gut händelbaren Tarif“, lässt der Magistrat wissen. Also wird verdoppelt, die halbe Stunde als Beispiel kostet fortan 60 Cent. Entsprechend wird gerechnet, wenn man kürzer oder länger parkt - jede Minute kostet zwei statt einem Cent.

Teurer wird es auch im Chinon-Center, begründet wird dies mit den allgemeinen Kostensteigerungen und den dort getätigten Investitionen. Allerdings ist es nach wie vor teurer, im Chinon-Center zu parken statt außerhalb - eine Stunde kostet 1,50 Euro statt bisher 1 Euro.

Dabei möchte der Magistrat durchaus nicht nur Gebühren einnehmen, sondern auch das Verhalten der Autofahrer ändern - zumindest das der Altstadtbewohner. Der Bewohnerparkausweis kostete bislang 50 Euro für zwei Jahre. „Damit wird jedoch keine verkehrspolitische Lenkungswirkung hin zu einer nachhaltigen Mobilität erzielt“, argumentiert der Magistrat. Deshalb soll der Ausweis künftig 120 Euro im Jahr kosten. Bisher also mussten für zwei Jahre 50 Euro, künftig 240 Euro bezahlt werden - fast fünfmal so viel.

Die neuen Parkgebühren sollen heute Abend in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden - die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Obergeschoss der Stadthalle. Gestern Abend wurden in den Ausschüssen darüber gesprochen - zunächst im Verkehrsausschuss, später im Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordneten.

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